Onboarding Umfrage Vorlage: Die ersten 90 Tage Mitarbeitererlebnis wirklich verstehen

By Jürgen Ulbrich

Diese Vorlage für Onboarding Survey Questions hilft dir, die ersten 90 Tage des Mitarbeitererlebnisses strukturiert zu messen – und aus den Antworten sofort Maßnahmen abzuleiten. Statt nur „Bauchgefühl“ siehst du früh, wo neue Kolleg:innen bei Einarbeitung, Tools oder Führung hängenbleiben – lange bevor es zu Kündigungen oder Produktivitätsverlust führt.

Onboarding Survey Questions

Alle geschlossenen Fragen werden auf einer 1–5-Skala beantwortet: 1 = stimme überhaupt nicht zu, 5 = stimme voll und ganz zu.

2.1 Geschlossene Fragen (Likert-Skala)

Bereich 1: Pre‑Start & erste Woche

  • Q1. Vor meinem ersten Arbeitstag habe ich klare Informationen zu Arbeitszeit, Ort und Ablauf erhalten. (30‑Tage)
  • Q2. Meine Fragen vor dem ersten Arbeitstag wurden schnell und hilfreich beantwortet. (30‑Tage)
  • Q3. An meinem ersten Tag hatte ich Zugang zu Gebäude, Systemen und Kommunikationskanälen. (30‑Tage)
  • Q4. Mein Laptop bzw. meine Hardware waren wie zugesagt einsatzbereit oder rechtzeitig geliefert. (30‑Tage)
  • Q5. Mein Zeitplan in der ersten Woche (Meetings, Trainings, Vorstellungsrunden) war strukturiert und gut geplant. (30‑Tage)
  • Q6. Ich habe mich in der ersten Woche von meinem Team wirklich willkommen gefühlt. (30‑Tage)
  • Q7. Mein erster Eindruck der Unternehmenskultur passt zu dem Bild aus dem Bewerbungsprozess. (30‑/60‑Tage)

Bereich 2: Rollenverständnis & Erwartungen

  • Q8. Ich verstehe den Hauptzweck meiner Rolle und wie ich zu den Unternehmenszielen beitrage. (30‑Tage)
  • Q9. Meine Kernaufgaben und Verantwortlichkeiten sind mir klar. (30‑Tage)
  • Q10. Ich weiß, wie „gute Leistung“ in meiner Rolle in den nächsten 3–6 Monaten aussieht. (30‑/60‑Tage)
  • Q11. Ich verstehe, wie meine Leistung gemessen und bewertet wird. (30‑/60‑Tage)
  • Q12. Ich weiß, wo ich Dokumentation zu meiner Rolle, Prozessen und Standards finde. (30‑Tage)
  • Q13. Ich weiß, an wen ich mich wenden kann, wenn ich bei einer Aufgabe oder Entscheidung unsicher bin. (30‑Tage)

Bereich 3: Enablement & Ressourcen

  • Q14. Ich habe Zugriff auf alle zentralen Tools, Systeme und Berechtigungen, die ich für meine Arbeit brauche. (30‑Tage)
  • Q15. Technische Probleme (Laptop, VPN, Tools) wurden in angemessener Zeit behoben. (30‑/60‑Tage)
  • Q16. Die Onboarding‑Trainingsinhalte sind klar, relevant und nicht überflüssig. (30‑/60‑Tage)
  • Q17. Ich habe eine:n Buddy/Mentor:in oder eine feste Ansprechperson, die mich bei der Einarbeitung unterstützt. (30‑/60‑Tage)
  • Q18. Ich kenne die wichtigsten Prozesse und Workflows, die ich in meiner täglichen Arbeit befolgen muss. (60‑Tage)
  • Q19. Ich kann bei Bedarf auf Lernressourcen (Guides, internes Wiki, Aufzeichnungen) zugreifen. (60‑Tage)

Bereich 4: Führungskraft & Team-Support

  • Q20. Meine Führungskraft vereinbart regelmäßig 1:1‑Check‑ins mit mir. (30‑/60‑Tage)
  • Q21. In 1:1s fragt meine Führungskraft aktiv nach meiner Arbeitsbelastung, meinem Stresslevel und meinem Wohlbefinden. (60‑/90‑Tage)
  • Q22. Ich erhalte zeitnah konstruktives Feedback, das mir hilft, besser zu werden. (60‑/90‑Tage)
  • Q23. Ich fühle mich sicher, offen über Probleme oder Fehler zu sprechen (psychologische Sicherheit). (60‑/90‑Tage)
  • Q24. Meine Teammitglieder sind ansprechbar und hilfsbereit, wenn ich Fragen habe. (30‑/60‑Tage)
  • Q25. Ich fühle mich in Teammeetings und Diskussionen einbezogen, nicht wie eine Außenseiterin/ein Außenseiter. (60‑/90‑Tage)
  • Q26. Im Remote‑ oder Hybrid‑Setup unterstützt mich meine Führungskraft dabei, mit dem Team verbunden zu bleiben. (60‑/90‑Tage, Remote‑Fokus)

Bereich 5: Kultur & Zugehörigkeit

  • Q27. Ich habe den Eindruck, dass mir unabhängig von Hintergrund oder Rolle mit Respekt begegnet wird. (30‑/60‑Tage)
  • Q28. Ich fühle mich wohl damit, am Arbeitsplatz ich selbst zu sein. (60‑/90‑Tage)
  • Q29. Ich werde zu informellen/sozialen Aktivitäten eingeladen (Kaffee, Lunch, virtuelle Hangouts). (60‑/90‑Tage)
  • Q30. Ich verstehe die Unternehmenswerte und sehe sie im Alltag wieder. (60‑/90‑Tage)
  • Q31. Als Remote‑ oder Hybrid‑Mitarbeitende:r fühle ich mich in die informelle Kommunikation einbezogen. (60‑/90‑Tage, Remote‑Fokus)
  • Q32. Ich habe das Gefühl, hier dazuzugehören und langfristige Beziehungen aufbauen zu können. (90‑Tage)

Bereich 6: Lernkurve & Workload

  • Q33. Das Tempo meiner Einarbeitung ist für mein Erfahrungsniveau realistisch. (30‑/60‑Tage)
  • Q34. Ich habe genug Zeit zu lernen, bevor ich komplexe Aufgaben vollständig übernehme. (30‑/60‑Tage)
  • Q35. Meine aktuelle Arbeitsbelastung ist ohne dauerhafte Überstunden oder hohen Stress machbar. (60‑/90‑Tage)
  • Q36. Ich habe eine gesunde Mischung aus Lernen und Liefern, nicht nur „Feuerlöschen“. (60‑/90‑Tage)
  • Q37. Ich weiß, welche Aufgaben am wichtigsten sind, wenn die Zeit knapp ist. (60‑/90‑Tage)
  • Q38. Meine Lernkurve ist steil, aber für mich gut bewältigbar. (60‑/90‑Tage)

Bereich 7: Gesamterlebnis & Bleibewillen

  • Q39. Insgesamt war mein Onboarding‑Erlebnis bisher positiv. (30‑/60‑/90‑Tage)
  • Q40. Ich bin zuversichtlich, dass ich in dieser Rolle erfolgreich sein kann. (60‑/90‑Tage)
  • Q41. Wenn ich mich noch einmal entscheiden müsste, würde ich dieses Unternehmen wieder wählen. (60‑/90‑Tage)
  • Q42. Ich sehe mich in den nächsten 12 Monaten weiterhin in diesem Unternehmen. (90‑Tage)

2.2 Gesamt-/NPS‑ähnliche Frage

  • Q43. Wie wahrscheinlich ist es, dass du dieses Unternehmen als Arbeitgeber an Freund:innen oder Kolleg:innen weiterempfiehlst? (0–10; 0 = überhaupt nicht wahrscheinlich, 10 = extrem wahrscheinlich) (60‑/90‑Tage)

2.3 Offene Onboarding Survey Questions

  • Was war bisher der hilfreichste Teil deines Onboarding‑Erlebnisses?
  • Welche Informationen, Trainings oder Unterstützungsangebote haben dir in der Einarbeitung gefehlt oder waren unklar?
  • Gibt es aktuell etwas, das dich daran zweifeln lässt, in den nächsten 12 Monaten zu bleiben? Wenn ja, was?
  • Was sollte deine Führungskraft oder dein Team für die nächste Neueinstellung anders machen?

Decision Table zur Onboarding‑Auswertung

Fragegruppe / Bereich Score‑Schwellenwert (1–5) Empfohlene Aktion Verantwortlich (Owner) Ziel / Frist
Pre‑Start & erste Woche (Q1–Q7) Durchschnitt <3,0 Pre‑Start‑Infos und Day‑1‑Checkliste überarbeiten; fehlende Infos für aktuelle Person sofort nachliefern. HR + Hiring Manager Innerhalb von 7 Tagen nach Umfrage
Rollenverständnis & Erwartungen (Q8–Q13) Durchschnitt <3,0 Zusätzliches 1:1 zur Klärung von Zielen, Prioritäten und Beispielen „guter Leistung“; schriftlich festhalten. Führungskraft ≤5 Tage
Enablement & Ressourcen (Q14–Q19) Irgendein Item ≤2 oder Durchschnitt <3,0 Fehlende Zugänge an IT eskalieren; Trainingsplan prüfen; Buddy mit klarer Rolle zuweisen. Führungskraft + IT + L&D Kritische IT‑Issues ≤2 Tage; Trainingsreview ≤10 Tage
Führungskraft & Team‑Support (Q20–Q26) Durchschnitt <3,0 oder Q23 ≤2 Wöchentliche Check‑ins erhöhen; HR coacht Führungskraft zu Feedback und psychologischer Sicherheit; nächste Pulse beobachten. Führungskraft + HR/People Plan in 5 Tagen; erstes Coaching ≤14 Tage
Kultur & Zugehörigkeit (Q27–Q32) Durchschnitt <3,5 Vorstellungsrunden, Buddy‑Coffees und mindestens einen sozialen Touchpoint organisieren; Remote‑Inklusion prüfen. Führungskraft + Teamlead Erste Maßnahmen ≤10 Tage
Lernkurve & Workload (Q33–Q38) Q35 ≤2 oder Durchschnitt <3,0 Aufgaben priorisieren, nicht‑kritische Arbeit reduzieren; klaren Lernplan mit Meilensteinen bestätigen. Führungskraft ≤5 Tage
Gesamterlebnis & Bleibewillen (Q39–Q42, Q43) Irgendein Item ≤2 oder NPS ≤6 Vertrauliches Follow‑up‑Gespräch führen, Zweifel verstehen, 2–3 konkrete Verbesserungen vereinbaren und nachhalten. Führungskraft + HR Kontakt ≤3 Tage; Maßnahmenplan ≤10 Tage

Wichtigste Erkenntnisse

  • 30/60/90‑Tage‑Onboarding‑Umfragen erkennen Risiken, bevor Kündigungswellen entstehen.
  • Klare Schwellenwerte (z. B. Score <3,0) lösen verbindliche Folgeaktionen aus.
  • Kombiniere Scores mit Kommentaren, um 2–3 Verbesserungen pro Kohorte zu priorisieren.
  • Segmentation nach Team, Standort und Arbeitsmodell zeigt strukturelle Onboarding‑Lücken.
  • Geteilte Trends helfen Führungskräften, Onboarding‑Qualität mit Retention und Performance zu verknüpfen.

Definition & Scope

Diese Onboarding‑Umfrage misst das Mitarbeitererlebnis in den ersten 90 Tagen: Pre‑Start‑Kommunikation, Qualität der Einarbeitung, Enablement, Unterstützung durch Führungskraft und Team, Kultur, Arbeitsbelastung und Bleibewillen. Sie richtet sich an alle Neueinstellungen – inklusive Remote‑Rollen und interner Wechsel. Die Ergebnisse unterstützen Entscheidungen zu Trainingsinhalten, Führungskräfte‑Coaching, Prozessanpassungen und übergreifenden Initiativen rund um Engagement und Bindung, die du z. B. mit deiner allgemeinen Mitarbeiterbefragung verknüpfen kannst.

Scoring & thresholds

Alle Aussagen nutzen eine 1–5‑Skala (1 = stimme überhaupt nicht zu, 5 = stimme voll und ganz zu). Damit Daten schnell zu Entscheidungen werden, arbeitest du mit drei Zonen: kritisch, verbesserungsbedürftig, gesund. So können HR und Führungskräfte ohne lange Analysen reagieren.

  • Kritisch: Durchschnitt <3,0 in einem Bereich (z. B. Rollenklärung, Tools, psychologische Sicherheit) → sofortige Nachverfolgung mit der neuen Person (Führungskraft + HR, ≤5 Tage).
  • Verbesserungsbedürftig: 3,0–3,9 = „okay, aber fragil“ → gezielte Maßnahmen (extra Training, klarere Dokus, mehr Check‑ins) planen und in der nächsten Pulse‑Umfrage prüfen (Führungskraft/L&D, ≤30 Tage).
  • Gesund: ≥4,0 = starkes Onboarding‑Erlebnis → gute Praktiken beibehalten, intern teilen und quartalsweise monitoren (HR + Führungskräfte, laufend).

Du übersetzt Scores mit einem einfachen Entscheidungsfluss in konkrete Aktionen:

  • Wenn ein einzelnes Item ≤2: Führungskraft prüft Kommentare, spricht mit der Person und vereinbart 1–3 Quick‑Wins (≤3 Tage).
  • Wenn ein kompletter Bereich bei mehreren Hires <3,0 liegt: HR organisiert einen Root‑Cause‑Workshop mit relevanten Führungskräften und überarbeitet diesen Onboarding‑Schritt (≤6 Wochen).
  • Wenn NPS (Q43) <7 oder Bleibewillen (Q42) ≤3: HR markiert „frühes Retentionsrisiko“ im Reporting und verfolgt die Entwicklung über spätere Engagement‑oder Performance‑Gespräche.

In größeren Organisationen lassen sich Onboarding‑Scores gut in eure übergreifenden Performance‑und Entwicklungssysteme integrieren – zum Beispiel, wenn niedrige Rollenklärung nach 30 Tagen später in Zielvereinbarungen oder Feedback‑Runden wieder auftaucht.

Follow‑up & responsibilities

Onboarding‑Umfragen bringen nur dann Wert, wenn klar ist, wer worauf reagiert. Lege Verantwortlichkeiten für individuelle Fälle vs. systemische Muster fest – mit kurzen Reaktionszeiten. In den ersten 90 Tagen können schon wenige Wochen den Ausschlag geben.

  • Führungskraft: Bearbeitet individuelle Low‑Scores zu Rollenklärung, Workload, Feedback und Team‑Support; bespricht Ergebnisse in 1:1s und dokumentiert vereinbarte Schritte (3–5 Tage nach jeder Umfrage).
  • HR/People‑Team: Überwacht Teilnahmequote, bündelt Ergebnisse nach Kohorten, meldet Risiko‑Schwellen und unterstützt Führungskräfte mit Coaching oder Trainingsinhalten (wöchentliches Monitoring).
  • IT / Workplace / L&D: Verantwortlich für Tool‑Zugänge und Trainings‑Themen (Q14–Q19); Tickets verfolgen, Lücken schließen, Onboarding‑Programme anpassen (innerhalb von 7–14 Tagen).
  • Leadership: Sieht quartalsweise Onboarding‑Reports, verknüpft sie mit Fluktuation und Produktivität und entscheidet über strukturelle Änderungen (vierteljährlich).

Für sehr niedrige Scores oder kritische Kommentare (z. B. Mobbing, Diskriminierung, Gesundheit & Sicherheit) brauchst du eine „Fast Lane“:

  • Wenn Antworten schwerwiegendes Fehlverhalten oder Sicherheitsrisiken erwähnen: HR liest den Kommentar am gleichen Tag und folgt eurem Incident‑Prozess (≤24 h).
  • Wenn ein:e Neue eingibt, den Einstieg zu bereuen oder nicht 12+ Monate bleiben zu wollen: Führungskraft und HR planen ein gemeinsames Gespräch (≤3 Tage) und vereinbaren konkrete nächste Schritte.
  • HR dokumentiert alle kritischen Follow‑ups (ohne unnötig personenbezogene Details), um Verantwortlichkeit sicherzustellen und Leadership zu informieren, falls Muster entstehen.

Eine Talent‑Plattform wie Sprad Growth kann den Versand der Umfragen, Erinnerungen und Follow‑up‑Tasks automatisieren, damit Führungskräfte bei vielen Neueintritten nicht den Überblick verlieren.

Fairness & Bias Checks

Onboarding sollte fair wirken – egal ob jemand im HQ, in einer Niederlassung oder remote startet. Nutze Segmentierungen, um Unterschiede zu erkennen, aber wahre Anonymität und DSGVO‑Regeln. Für DACH kannst du dich an den Prinzipien aus euren allgemeinen Employee‑Survey‑Templates und der Betriebsrats‑/GDPR‑Checkliste orientieren.

  • Organisatorisch: Bereich, Team, Standort, Business Unit, Reporting‑Linie der Führungskraft.
  • Arbeitsmodell: Remote, Hybrid, On‑Site; Schichtmuster für Blue‑Collar‑Teams.
  • Beschäftigungsart: externe Neueinstellung vs. interner Wechsel, Junior‑ vs. Senior‑Rollen.

Typische Muster und Reaktionen:

  • Wenn Remote‑Hires bei Zugehörigkeit und Team‑Support >0,5 Punkte schlechter abschneiden als Office‑Hires: Strukturierte virtuelle Willkommensrunden, Buddy‑Calls und klare Hybrid‑Meeting‑Regeln einführen (HR + Führungskräfte, ≤1 Monat).
  • Wenn ein Standort oder Team dauerhaft niedrige Werte bei psychologischer Sicherheit zeigt: HR moderiert eine Team‑Session und bietet Führungskräfte‑Coaching an (≤6 Wochen).
  • Wenn interne Wechsler:innen Rollenklärung schlechter bewerten als externe Hires: Interne Jobbeschreibungen und Handover‑Prozesse schärfen (HR + Führungskräfte, bis zum nächsten Hiring‑Zyklus).

Grundregel für DACH: Keine Auswertungen für Gruppen <5 Personen, klare Rechtsgrundlage (meist berechtigtes Interesse oder Einwilligung) und frühzeitige Einbindung des Betriebsrats bei wiederkehrenden Surveys.

Examples / Use Cases

1. Rollenverwirrung nach 30 Tagen lösen

Eine neue Sales‑Person lag bei Q8–Q13 im Schnitt bei 2,5 und schrieb: „Ich weiß nicht genau, welche Accounts mir gehören oder woran ich gemessen werde.“ HR markierte den Fall als kritisch; die Führungskraft plante innerhalb von drei Tagen ein 60‑minütiges 1:1, definierte Verantwortlichkeiten und dokumentierte Quartalsziele. In der 60‑Tage‑Umfrage lag die Rollenklärung über 4,0 – die Person baute früh eine stabile Pipeline auf statt zu „driften“.

2. IT‑Onboarding nach wiederkehrend niedrigen Scores umbauen

Über drei Kohorten lagen die Durchschnittswerte für Tools & Zugänge (Q14–Q15) bei 2,8. Mehrere Neue berichteten, eine Woche auf wichtige Rechte gewartet zu haben. HR bündelte die Ergebnisse, stellte sie IT und Leadership vor und gemeinsam entstand eine Pre‑Provisioning‑Checkliste plus „Day‑1‑Ready“‑SLA. Im nächsten Quartal stiegen die Werte auf 4,3 – und neue Kolleg:innen erreichten volle Produktivität rund zwei Wochen früher.

3. Zugehörigkeit für Remote‑Hire stärken

Eine remote arbeitende Product‑Designerin hatte hohe Scores bei Rollenklärung, aber nur 2,0 bei Zugehörigkeit (Q27–Q32) und schrieb: „Ich kenne kaum jemanden außerhalb meines direkten Squads.“ Führungskraft und HR bestimmten eine Buddy‑Person in einem anderen Team, setzten virtuelle Coffee‑Chats auf und luden sie in eine bereichsübergreifende Design‑Gilde ein. Nach 90 Tagen stieg der Zugehörigkeits‑Score auf 4,0; den NPS bewertete sie mit 9 und sagte, die Kultur habe „Klick gemacht“, sobald mehr informelle Kontakte entstanden.

Implementation & Updates

Behandle Onboarding‑Umfragen als laufenden Prozess, nicht als einmaliges Projekt. Starte klein mit einem Pilotbereich und rolle dann aus, sobald HR, Führungskräfte und Betriebsrat mit der Struktur arbeiten können. Du kannst die Onboarding‑Daten später gut mit Themen wie Performance‑Management oder Talent‑Entwicklung verbinden, z. B. wenn du intern Karrierepfade und Skill‑Gaps systematisch angehst.

Core Process: Trigger & Flow

  • Trigger: Umfragen automatisch 30, 60 und 90 Tage nach Eintrittsdatum planen (HR/People Ops, einmal einrichten, dann laufend).
  • Kommunikation: Neuen Kolleg:innen in Woche 1 kurz erklären, warum ihr Onboarding‑Umfragen nutzt und wie Daten geschützt werden (Führungskraft + HR, im Onboarding‑Termin).
  • Anonymität: Bei sehr kleinen Kohorten Ergebnisse über mehrere Monate oder Teams aggregieren, damit Einzelpersonen nicht identifizierbar sind (HR, dauerhaft).
  • Routing: Alerts so konfigurieren, dass kritische Kommentare oder sehr niedrige Scores automatische Hinweise an HR und verantwortliche Führungskräfte senden (HR/IT, Setup und vierteljährlicher Test).
  • Learning Loop: Nach jeder Kohorte 2–3 Verbesserungen identifizieren, Owner zuweisen und Fortschritt im nächsten Quartal überprüfen (HR + Leadership).

Survey Blueprints

a) 30‑Tage‑Onboarding‑Pulse (Fokus: Basics & erster Eindruck)

Ziel: Logistik, erste Woche und frühe Rollenklärung checken – kurz halten (8–12 Items), damit neue Kolleg:innen nicht überfordert sind.

  • Vorgeschlagene Items: Q1–Q7, Q8–Q9, Q12–Q13, Q33–Q34, Q39, plus 1–2 offene Fragen.
  • Owner: HR setzt die Umfrage auf; Führungskraft bearbeitet individuelle Themen (≤5 Tage nach Ergebnis‑Erhalt).
  • Use Case: Fehlende Zugänge, schwache Willkommensphase und unklare erste Aufgaben für die aktuelle Kohorte beheben.

b) 60‑Tage‑Onboarding‑Survey (Fokus: Enablement & Support)

Ziel: Verstehen, ob die Person Kernaufgaben übernehmen kann, Feedback bekommt und Workload steuern kann. Nach ~60 Tagen können Neue das Enablement realistisch einschätzen.

  • Vorgeschlagene Items: Q7, Q10–Q11, Q14–Q19, Q20–Q24, Q33–Q38, Q39–Q40, Q43, plus offene Fragen.
  • Owner: Führungskraft und HR schauen gemeinsam drauf; bei Bedarf Coaching oder zusätzliche Trainings vereinbaren (≤10 Tage).
  • Use Case: Trainingspläne anpassen, wiederkehrende Tool‑Probleme beheben, Führungskräfte beim Support‑Verhalten coachen.

c) 90‑Tage‑Onboarding‑Survey (Fokus: Kultur, Zugehörigkeit & Bleibewillen)

Ziel: Kulturfit, psychologische Sicherheit und Bleibeabsicht prüfen. Diese Umfrage schließt das Onboarding ab und übergibt an eure regulären Engagement‑oder Performance‑Zyklen.

  • Vorgeschlagene Items: Q21–Q26, Q27–Q32, Q35–Q42, Q43, plus offene Fragen.
  • Owner: HR konsolidiert Ergebnisse pro Kohorte; Führungskräfte besprechen sie im letzten Onboarding‑1:1 (≤14 Tage).
  • Use Case: Frühe Fluktuationsrisiken vorhersagen und Teams mit konstant starkem oder schwachem Onboarding‑Erlebnis identifizieren.

d) Onboarding‑Survey für interne Transfers

Interne Wechsel brauchen weniger Fragen, profitieren aber von Struktur. Fokus: neue Erwartungen, Teamkultur und Support der neuen Führungskraft.

  • Vorgeschlagene Items: Q8–Q13, Q18–Q19, Q20–Q25, Q30, Q33–Q38, Q39–Q41, ausgewählte offene Fragen.
  • Timing: 30 und 90 Tage nach dem Wechsel, kein eigenes 60‑Tage‑Survey.
  • Use Case: Qualität eures internen Talent‑Marktplatzes und interner Karriereschritte messbar machen.

e) Remote / vollständig verteilte Rollen

Für Remote‑Hires legst du mehr Gewicht auf virtuelle Integration und Kommunikationsnormen – kombiniert mit den Standard‑Pulses.

  • Vorgeschlagene Items: Q3, Q7, Q14–Q16, Q20, Q23–Q26, Q31, Q33–Q38, Q39–Q43, plus Remote‑fokussierte offene Frage.
  • Owner: Führungskraft stellt regelmäßige Video‑1:1s sicher; HR prüft Remote‑ vs. Office‑Segmente in Reports.
  • Use Case: Lücke schließen, in der Remote‑Mitarbeitende sich informiert, aber nicht wirklich „dazugehörig“ fühlen.

DACH‑spezifische Hinweise: DSGVO & Betriebsrat

In DACH solltest du den Betriebsrat früh zu Scope, Anonymitäts‑Regeln und Datennutzung einbinden. Fokus auf arbeitsbezogene Fragen, keine Gesundheits‑ oder hochsensiblen Daten. Definiere Aufbewahrungsfristen für Rohdaten (z. B. Löschung nach 12–24 Monaten) und schränke Zugriff auf Freitext‑Kommentare auf HR und ausgewählte Führungskräfte ein. Eure globalen Policies und Tools – z. B. zu Skill‑ und Talent‑Management – sollten dieselben DSGVO‑Standards widerspiegeln.

Metriken zur laufenden Steuerung

  • Teilnahmequote pro Welle (Ziel: ≥70 % bei 30 Tagen).
  • Durchschnitts‑Scores nach Dimension (Rollenklärung, Enablement, Führungskraft‑Support, Zugehörigkeit, Workload).
  • Anteil der Kohorten mit kritischen Scores (Durchschnitt <3,0) in mind. einem Kernbereich.
  • Time‑to‑Productivity‑Indikatoren (z. B. erstes Ticket gelöst, erstes Projekt geliefert) vs. Onboarding‑Scores.
  • Fluktuationsquote im ersten Jahr nach Kohorte, Führungskraft und Standort.

Conclusion / Fazit

Onboarding‑Umfragen geben dir ein strukturiertes Frühwarnsystem für die riskanteste Phase der Employee Journey. Du siehst Muster zu unklaren Rollen, fehlenden Tools, schwachem Feedback oder niedriger Zugehörigkeit in den ersten 90 Tagen – statt erst dann, wenn jemand in Monat 6 kündigt. Das verbessert Retention und verkürzt die Zeit bis zur vollen Produktivität deiner neuen Kolleg:innen.

Gleichzeitig machen diese Onboarding Survey Questions 1:1‑Gespräche konkreter: Eine Führungskraft fragt nicht nur „Wie läuft’s?“, sondern geht auf klare Signale ein („Du hast Workload niedrig bewertet – lass uns gemeinsam priorisieren“). Über die Kohorten hinweg entsteht ein Datenspaziergang, der zeigt, welche Teams starke Einarbeitung bieten und wo Führungskräfte oder Prozesse Unterstützung brauchen.

Pragmatische nächsten Schritte: Wähle einen Pilotbereich, führe dort den 30‑Tage‑Pulse ein und lade eine schlanke Version dieses Fragenkatalogs in euer Survey‑Tool. Lege Score‑Schwellen und Owner gemeinsam mit HR und Führungskräften fest. Nach ein bis zwei Kohorten sichtest du die Ergebnisse, dokumentierst 2–3 konkrete Anpassungen und erweiterst dann auf vollständige 30/60/90‑Tage‑Abdeckung. So wird Onboarding ein messbarer, steuerbarer Teil eurer People‑Strategie statt einer Black Box.

FAQ

  • Wie oft sollten wir Onboarding‑Umfragen durchführen?

    Für jede Neueinstellung haben sich 30, 60 und 90 Tage bewährt. 30 Tage prüfen Logistik und erste Eindrücke, 60 Tage Enablement und Feedback, 90 Tage Kulturfit und Bleibewillen. Auf Organisationsebene reicht es, die aggregierten Onboarding‑Ergebnisse quartalsweise anzusehen und mit Fluktuations‑ und Performance‑Daten zu verknüpfen.

  • Was tun bei sehr niedrigen Scores?

    Behandle jedes Item ≤2 oder NPS ≤6 als Red Flag. Prüfe zuerst die Kommentare, dann folgt ein persönliches Gespräch: Die Führungskraft plant innerhalb weniger Tage ein 1:1, bei Bedarf mit HR. Fokus: Zuhören, Probleme verstehen, 2–3 konkrete Schritte vereinbaren. Diese Maßnahmen dokumentieren und in der nächsten Umfrage oder im nächsten 1:1 wieder aufgreifen.

  • Wie anonym sollten Onboarding‑Surveys sein?

    In größeren Kohorten kannst du sie vollständig anonym halten und nur auf Muster reagieren – Ausnahmen sind sehr kritische Kommentare (z. B. Sicherheit). In kleinen Teams funktionieren oft „vertrauliche, aber nicht anonyme“ Surveys besser, wenn transparent erklärt wird, wer welche Daten sieht und warum. Viele DACH‑Unternehmen kombinieren beides: anonyme Analytics plus einige Onboarding‑Fragen in benannten 1:1‑Gesprächen.

  • Verbessern Onboarding‑Umfragen wirklich die Bindung?

    Ja – sofern du konsequent handelst. Studien wie die der Society for Human Resource Management verknüpfen strukturiertes Onboarding mit höherer Engagement‑Rate und geringerer Fluktuation. Die Umfrage allein hält niemanden. Der Effekt entsteht, wenn du aus den Ergebnissen Onboarding‑Schritte anpasst, Führungskräfte coachst und jede Kohorte etwas bessere Einarbeitung erlebt als die vorherige.

  • Wie aktualisieren wir den Fragenkatalog im Zeitverlauf?

    Plane mindestens einmal pro Jahr ein Review mit HR, Führungskräften und einigen neuen Mitarbeitenden. Frage: Welche Fragen waren hilfreich, welche redundant? Ergänze neue Themen (z. B. Remote‑Normen, Skill‑Entwicklung), streiche selten genutzte Items. Achte darauf, einige Kernfragen stabil zu halten, damit du Trends über mehrere Jahrgänge vergleichen kannst.

Jürgen Ulbrich

CEO & Co-Founder of Sprad

Jürgen Ulbrich has more than a decade of experience in developing and leading high-performing teams and companies. As an expert in employee referral programs as well as feedback and performance processes, Jürgen has helped over 100 organizations optimize their talent acquisition and development strategies.

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