Ein klares people manager competency framework macht Führung messbar: Erwartungen sind transparent, Beförderungen nachvollziehbar, Feedback wird konkret. Statt „guter Führung“ als Bauchgefühl beschreibt das Framework beobachtbares Verhalten je Level – von Teamleiter:in bis Director. So schaffen HR, Führungskräfte und Betriebsrat eine faire Basis für Performance, Talententscheidungen und Engagement.
| Kompetenzbereich | Emerging Manager / Teamleiter:in (3–8 Mitarbeitende) |
Manager (1 Team, 6–15 Mitarbeitende) |
Senior Manager / Head of (mehrere Teams, 15–40 Mitarbeitende) |
Director (Bereich/Unit, 40–150+ Mitarbeitende) |
|---|---|---|---|---|
| Leading Self (Selbstführung) |
Holt sich jede 2–4 Wochen Feedback, passt Routinen sichtbar an und hält Deadlines zuverlässig ein. | Benannt eigene Stressmuster, steuert Energie bewusst und bleibt in Konflikten sachlich und lösungsorientiert. | Teilt eigene Fehler offen, leitet Lernschleifen daraus ab und stärkt so die Lernkultur mehrerer Teams. | Definiert Führungsprinzipien, finanziert Programme zu Resilienz und psychologischer Sicherheit und überprüft deren Wirkung. |
| Leading Individuals (Einzelführung) |
Führt strukturierte 1:1s, klärt wöchentliche Prioritäten und gibt konkretes, respektvolles Feedback zu Verhalten und Wirkung. | Verwendet Coaching-Fragen, vereinbart messbare Ziele, dokumentiert Absprachen und verfolgt diese nach. | Schafft klare Rollenerwartungen, setzt strukturierte Performance-Verbesserungspläne auf und vermeidet Überraschungskritik. | Setzt Standards für Führungsqualität, coacht Führungskräfte in schwierigen Fällen und achtet auf arbeitsrechtskonforme Vorgehensweisen. |
| Leading Teams (Teamführung) |
Übersetzt Unternehmensziele in 2–3 konkrete Team-Resultate und moderiert fokussierte, zeitlich begrenzte Team-Meetings. | Gestaltet einfache Teamrituale (Planung, Retros), löst Konflikte früh und stellt Rollen und Verantwortlichkeiten klar. | Richtet mehrere Teams auf gemeinsame Roadmaps aus und entfernt strukturelle Blocker zwischen Funktionen (z. B. Produkt–Sales). | Definiert das Operating Model des Bereichs, priorisiert bereichsübergreifende Initiativen und balanciert Effizienz und Innovation. |
| Performance & Talent Development (Leistung & Talententwicklung) |
Setzt individuelle Ziele mit Unterstützung, verfolgt Fortschritt sichtbar und würdigt Erfolge im Team. | Verantwortet Zielsetzung und Reviews des Teams, kalibriert Bewertungen mit Peers und identifiziert High Potentials. | Baut Talent-Pipelines für Schlüsselrollen auf und arbeitet mit HR an Nachfolge- und Mobilitätsplänen. | Legt Führungsstandards und Beförderungskriterien fest, genehmigt Talentslates und steuert Budgets entlang strategischer Skill-Bedarfe. |
| Communication & Change (Kommunikation & Veränderung) |
Erklärt Entscheidungen verständlich, prüft Verständnis und informiert über anstehende Changes frühzeitig. | Übersetzt Bereichsstrategie in klare Botschaften, steuert Stakeholder (z. B. Produkt, HR, Betriebsrat) proaktiv. | Plant und führt Change-Initiativen Ende-zu-Ende, setzt Kommunikationspläne auf und justiert Formate anhand Feedback. | Verantwortet die Story für größere Veränderungen (Reorgs, Strategie), stellt Transparenz sicher und beachtet Mitbestimmungspflichten. |
| Culture, Inclusion & Psychological Safety (Kultur, Inklusion & psychologische Sicherheit) |
Sorgt dafür, dass alle im Team zu Wort kommen, greift respektloses Verhalten ein und hält gemeinsame Regeln durch. | Erarbeitet Team-Normen, adressiert Microaggressions und nutzt Umfragen, um Arbeitsweisen anzupassen. | Überwacht DE&I-Kennzahlen, identifiziert strukturelle Hürden (z. B. bei Pay, Beförderungen) und baut sie ab. | Definiert kulturelle Leitplanken, verankert DE&I in Führungsleitlinien und stimmt Policies mit HR und Betriebsrat ab. |
| Data, Decisions & AI in Leadership (Daten, Entscheidungen & KI) |
Nutzt einfache KPIs (z. B. SLA, NPS, Velocity) für Planung und dokumentiert Entscheidungen und Annahmen. | Kombiniert qualitative Rückmeldungen mit Kennzahlen, testet kleine Experimente und etabliert einfache Dashboards. | Analysiert bereichsübergreifende Trends, hinterfragt Bauchentscheidungen mit Daten und pilotiert KI-Tools gemeinsam mit HR. | Erwartet dateninformierte Führung, sorgt für DSGVO- und Betriebsrats-konforme KI-Nutzung und investiert in Analytics-Kompetenzen. |
Wichtigste Erkenntnisse
- Nutzt das Framework für konsistente Manager-Bewertungen und Beförderungsentscheidungen.
- Verankert Feedback in beobachtbarem Verhalten statt vagem „Leadership Presence“.
- Leitet pro Kompetenzbereich 2–3 konkrete Entwicklungsaktionen ab.
- Kalibriert Manager-Level bereichsübergreifend, um Bias zu reduzieren.
- Verknüpft das Framework mit OKRs, Umfragen und Trainings für echte Wirkung.
Was dieses People Manager Kompetenzmodell leistet
Dieses people manager competency framework beschreibt beobachtbare Führungsverhaltensweisen für vier Management-Level in DACH-Organisationen. Ihr nutzt es als gemeinsamen Referenzrahmen in Performance-Gesprächen, Talent-Reviews, Beförderungskomitees und Entwicklungsgesprächen. Als Nachweise dienen Ziele, Projekte, Feedback und Umfragen. Durch die klare Sprache können HR, Führungskräfte, Mitarbeitende und Betriebsrat fairere, transparenter Entscheidungen treffen und an eine konsistente Skill- und Kompetenzlogik andocken.
Skill-Level & Verantwortungsbereich
Viele DACH-Unternehmen nutzen Titel wie „Teamleiter“, „Head of“ oder „Director“, ohne gemeinsame Definition des Umfangs. Laut Sprad-Research (2025) sind 95 % der Manager mit ihrem Bewertungsprozess unzufrieden, wenn Erwartungen unklar bleiben. Klare Skill-Level beschreiben daher nicht nur Seniorität, sondern auch typische Teamgrößen, Entscheidungsrechte und Stakeholder.
Emerging Manager / Teamleiter:in führt meist 3–8 Personen in einem Team oder Squad. Fokus: tägliche Delivery, Grundprozesse der Personalführung, erste Konfliktsituationen. Entscheidungen betreffen Aufgabenpriorisierung und kleinere Prozessanpassungen; Budget und Headcount liegen meist eine Stufe höher.
Manager verantwortet ein vollständiges Team mit 6–15 Personen und gemischten Profilen. Er oder sie trägt die Teamresultate Ende-zu-Ende, steuert alle Kernprozesse der Mitarbeiterführung und stimmt sich eng mit Peers (andere Teams, HR, Produkt) ab. Autonomie nimmt zu: Das Team setzt Prioritäten innerhalb einer vorgegebenen Strategie und verwaltet oft ein kleines Budget oder eine Kostenstelle.
Senior Manager / Head of führt mehrere Teams oder eine komplette Funktion in einem Land. Der Umfang umfasst Portfolio-Entscheidungen, Struktur, Staffing und Nachfolge. Die Rolle balanciert verschiedene Stakeholder (z. B. Geschäftsführung, Betriebsrat, Finance) und gestaltet mittelfristige Strategien, nicht nur Quartalspläne.
Director steuert eine ganze Business-Unit oder Region. Entscheidungen betreffen Organisationsdesign, größere Budgets und strategische Initiativen. Führung erfolgt überwiegend über andere Führungskräfte; Directors sind Vorbild für die gesamte Führungskultur.
Hypothetisches Beispiel: Eine Head-of-Rolle in einem SaaS-Scale-up strukturiert drei Teams nach einer Strategiewende neu, definiert Rollen, stimmt sich mit HR und Betriebsrat ab und führt ihre Manager durch den Change. Ein Teamleiter im gleichen Unternehmen fokussiert auf die Anpassung des eigenen Backlogs und die Begleitung einzelner Betroffener.
- Beschreibt pro Level typische Teamgröße, Budgetrahmen und Entscheidungsspielräume in eurer Jobarchitektur.
- Verknüpft jede Managerrolle mit klaren Outputs (z. B. „liefert Roadmap X“, „verantwortet P&L Y“).
- Prüft Titel vs. Scope und passt Rollen an, wenn Soll und Ist auseinanderlaufen.
- Nutzt einfache „Role Cards“ pro Level in Performance- und Talent-Review-Runden.
- Einigt euch in Beförderungskomitees auf „Scope zuerst, Gehalt danach“, um Titelflut zu vermeiden.
Kompetenzbereiche im People Manager Kompetenzmodell
Die sieben Domains des people manager competency framework beantworten drei Kernfragen: Wie führst du dich selbst, wie führst du andere und wie steuerst du Leistung und Veränderung im System? Damit lassen sie sich direkt mit euren Säulen Performance Management, Talententwicklung und Engagement verknüpfen.
Leading Self umfasst Selbstwahrnehmung, Reflexion, Resilienz und Grenzen. Führungskräfte, die ihre Muster kennen, steuern Stress besser und geben Druck nicht ungebremst nach unten weiter.
Leading Individuals bündelt 1:1s, Coaching, Delegation und Performance-Feedback. Gute Einzelführung sorgt dafür, dass Menschen Erwartungen verstehen, regelmäßig eine Spiegelfläche erhalten und sich in ihrer Entwicklung unterstützt fühlen.
Leading Teams fokussiert auf gemeinsamen Purpose, Zusammenarbeit, Entscheidungsregeln und Konfliktbearbeitung. Teams mit klaren Zielen und Normen liefern verlässlicher und benötigen weniger Eskalationen.
Performance & Talent Development verknüpft Ziele, Reviews, Talent-Kalibrierung und Karrierepfade. Hier schließt ihr an euren übergreifenden Performance- und Talent-Management-Ansatz an.
Communication & Change stellt sicher, dass Menschen verstehen, warum Entscheidungen getroffen werden und was sich für sie ändert. Unklare Kommunikation zu Veränderungen ist ein Treiber für Frust; eine Studie von factor.ai (2024) zitiert 71 % der Mid-Level-Manager, die sich unter vagen Erwartungen ausgebrannt fühlen.
Culture, Inclusion & Psychological Safety legt fest, wie Führungskräfte Zugehörigkeit, Fairness und sichere Lernräume schaffen – in täglichen Interaktionen, bei Pay- und Beförderungsentscheidungen sowie im Umgang mit Konflikten.
Data, Decisions & AI in Leadership spiegelt, dass moderne Führung das Arbeiten mit Daten und KI-Tools umfasst – von People Analytics über Planung bis zu Tools wie Copilot oder Atlas AI, immer innerhalb von DSGVO- und Mitbestimmungs-Leitplanken.
Beispiel: Eine Head of Customer Success in einem Münchner SaaS-Unternehmen nutzt Retention-Daten, NPS-Scores und 1:1-Notizen, um zu entscheiden, welche Kunden besondere Aufmerksamkeit brauchen, welche CSMs Coaching benötigen und wo sich KI-gestützte Playbooks testen lassen.
- Beschränkt euch auf 5–7 Kernbereiche; vermeidet 20+ Mikro-Kompetenzen.
- Prüft je Domain: „Wenn wir Umsatz verdoppeln, welche Verhaltensweisen zählen am meisten?“
- Mappt Domains auf bestehende Prozesse wie OKRs, 1:1-Templates, Engagement-Umfragen und L&D-Angebote.
- Taggt jedes Leadership-Training den Domains, damit Manager Entwicklung besser sehen.
- Dokumentiert 2–3 typische Outcomes pro Domain (z. B. geringere Fluktuation, bessere Zielerreichung).
Bewertungsskala & Nachweise
Ohne klare Skala und Evidenzregeln verwässert jedes people manager competency framework: Ratings driften, Bias steigt. Deshalb lohnt sich eine einfach gehaltene, verhaltensorientierte Skala (BARS – Behaviourally Anchored Rating Scale).
| Score | Label | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1 | Developing | Verhalten inkonsistent; braucht enge Begleitung und häufige Korrektur in diesem Bereich. |
| 2 | Partially meets | Grundanforderungen erfüllt, aber mit Lücken; braucht klaren Entwicklungsfokus und Support. |
| 3 | Fully meets | Zeigt Verhalten verlässlich und eigenständig; gilt als solide in diesem Bereich. |
| 4 | Strong role model | Übertrifft Erwartungen deutlich, befähigt andere und prägt Team- oder Bereichspraxis. |
Mini-Beispiel „Case A vs. Case B“ in Leading Teams: Case A (Teamleiter:in) stabilisiert ein Team nach einem Konflikt mithilfe von Retros und klaren Absprachen. Case B (Head of) löst vergleichbare Probleme bereichsübergreifend in drei Teams und gestaltet die Schnittstellen zu Sales und Produkt neu. Ähnlicher Auslöser, aber anderer Scope und nachhaltige Wirkung – entsprechend unterschiedlich fallen Level und Bewertung aus.
- Definiert je Score und Domain 3–5 Beispielverhaltensweisen zur Unterstützung der Kalibrierung.
- Legt zulässige Evidenzquellen fest: OKRs, Projektberichte, 1:1-Notizen, 360°-Feedback, Umfrageergebnisse.
- Verlangt pro Rating mindestens zwei konkrete Beispiele im Performance-Formular.
- Nutzt ein gemeinsames Template oder eine Skill-Matrix für Manager-Assessments.
- Trainiert Führungskräfte mit Fallbeispielen und „Rate & Debate“-Übungen zur Angleichung der Maßstäbe.
Entwicklungssignale & Warnzeichen
Ein starkes people manager competency framework zeigt, wer für mehr Scope bereit ist – und wo noch Bremsen wirken. Beförderungen basieren damit weniger auf „fühlt sich senior an“ und mehr auf stabil gezeigten Next-Level-Verhaltensmustern über 12–18 Monate.
Typische Growth Signals: stabile Performance im aktuellen Umfang, Übernahme informeller Verantwortung jenseits der eigenen Rolle, proaktives Coaching von Peers und Fokus auf Systemverbesserungen statt reinem Firefighting.
Typische Warnzeichen: Schuldzuweisungen, Silo-Denken, fehlende Dokumentation, wiederkehrende Beschwerden bei HR oder stark schwankende Engagement- bzw. Fluktuationswerte ohne sichtbares Lernen aus Feedback.
Beispiel: Zwei Manager:innen leiten ähnlich große Teams. Person A dokumentiert Entscheidungen sauber, teilt Kontext und baut eine:n Stellvertreter:in auf. Person B liefert Resultate, aber verbrennt Mitarbeitende und ignoriert Rückmeldungen. Nur Person A zeigt klare Signale für eine Head-of-Rolle.
- Hinterlegt im Karriereframework 5–7 Growth Signals und 5–7 Warnzeichen für Manager-Readiness.
- Nutzt 12–18 Monate Evidenz; vermeidet Beförderungen wegen eines „Hero Projects“.
- Vergleicht Teamdaten (Engagement, Fluktuation, Krankenstand, Zielerreichung) vor Beförderungen.
- Fragt in Komitees: „Wo agiert die Person bereits heute eine Stufe höher?“
- Dokumentiert Entscheidungen und leitet abgelehnte Beförderungen in konkrete Entwicklungsschritte über.
Team-Check-ins & Bewertungsrunden
Ein Framework wirkt erst in echten Gesprächen. Effektive Organisationen verankern das people manager competency framework in 1:1s, Teamreflexionen und formalen Kalibrierungsrunden – idealerweise in Verbindung mit eurem Performance- und Talent-System.
Team-Check-ins: Führungskräfte wählen pro Quartal eine Domain (z. B. „Leading Teams“) und diskutieren mit ihrem Team: Welche Verhaltensweisen sehen wir schon, welche wünschen wir uns mehr? So bleiben Führungserwartungen sichtbar und es entsteht Bottom-up-Feedback.
Review- und Kalibrierungsrunden: Ein- bis zweimal pro Jahr besprechen Führungskräfte und HR Manager-Ratings und Beförderungen auf Basis der gleichen Tabellen und Skalen. Bias und Ausreißer lassen sich leichter erkennen, wenn ihr mehrere Teams nebeneinander betrachtet. Für Aufbau und Moderation solcher Runden helfen Vorlagen wie der Talent-Calibration-Guide.
Hypothetisches Beispiel: In einer halbjährlichen Kalibrierung für Manager in einer deutschen Fertigungsgruppe fallen starke Unterschiede in „Communication & Change“ zwischen Werken auf. Eine gemeinsame Evidenzsicht zeigt: Ein Werksleiter überbewertet Charisma. Das Framework verlagert die Diskussion zurück auf Outcomes (Verständnis, Umsetzung, Stabilität).
- Integriert jede zweite oder dritte 1:1 mit einer Fokussierung auf eine Framework-Domain.
- Startet vierteljährliche „Manager Circles“, in denen Führungskräfte Beispiele je Kompetenzbereich teilen.
- Plant Kalibrierungsmeetings mit Vorab-Lektüre, klaren Rollen und Bias-Checklisten.
- Nutzt Tools wie Sprad Growth oder Atlas AI, um Evidenz zu bündeln und Beispiele sichtbar zu machen.
- Stimmt mit dem Betriebsrat Dokumentationsregeln, Zugriffsrechte und Aufbewahrungsfristen ab.
Interviewfragen je Kompetenzbereich
Ihr könnt das people manager competency framework direkt in Hiring-Prozesse für Team Leads, Heads und Directors übersetzen. Verhaltensbasierte Fragen fokussieren auf konkrete Situationen, eigenes Handeln und Ergebnisse. Wichtige Nachfragen: „Was genau hast du getan?“ und „Was hat sich dadurch geändert?“
Leading Self
- Erzähle von einem Fehler als Führungskraft in den letzten 12 Monaten. Wie hast du reagiert?
- Beschreibe eine Phase hohen Stresses. Wie hast du Workload und Emotionen gesteuert?
- Wann hast du zuletzt hartes Feedback von deinem Team oder Vorgesetzten bekommen? Was hast du damit gemacht?
- Wie hältst du deine eigenen Fähigkeiten aktuell – z. B. in digitalen oder KI-Themen?
- Erzähle von einer Grenze, die du gesetzt hast, um deine oder die Kapazität deines Teams zu schützen.
Leading Individuals
- Beschreibe eine Situation mit Unterperformance. Welche Schritte bist du gegangen, welches Ergebnis entstand?
- Erzähle von einem 1:1, das eine schwierige Beziehung deutlich verbessert hat. Was hast du geändert?
- Gib ein Beispiel für relevante Delegation. Wie hast du Qualität und Lernen sichergestellt?
- Wann hast du Feedback gegeben, das schwer zu hören war? Wie hast du dich vorbereitet?
- Wie setzt du Ziele mit einem neuen Teammitglied in den ersten 90 Tagen?
Leading Teams
- Erzähle von einer Veränderung, wie dein Team zusammenarbeitet. Was hat sie ausgelöst, was hat sich verbessert?
- Beschreibe einen ernsthaften Teamkonflikt. Wie bist du vorgegangen, was blieb danach anders?
- Gib ein Beispiel, wie du dein Team auf ein neues Ziel- oder KPI-Set ausgerichtet hast.
- Wann musstest du unklare oder unrealistische Erwartungen abwehren, um dein Team zu schützen?
- Wie hast du mehrere neue Teammitglieder onboardet, ohne Performance zu verlieren?
Performance & Talent Development
- Führe mich durch deinen letzten Performance-Review-Zyklus als Manager: Vorbereitung, Durchführung, Follow-up.
- Erzähle von jemandem, den du in eine größere Rolle entwickelt hast. Was hast du konkret getan?
- Beschreibe, wie du Daten aus OKRs oder Reviews genutzt hast, um die Teamstrategie anzupassen.
- Wie bist du mit einer umstrittenen Beförderungsentscheidung umgegangen?
- Was ist dein Ansatz für Nachfolgeplanung in Schlüsselrollen?
Communication & Change
- Beschreibe einen größeren Change (Tool, Prozess, Reorganisation), den du geführt hast. Wie hast du kommuniziert?
- Erzähle von einer Situation, in der dein Team mit einer Entscheidung „von oben“ nicht einverstanden war. Was hast du getan?
- Gib ein Beispiel, wie du deine Botschaft für unterschiedliche Zielgruppen (GF vs. Frontline) angepasst hast.
- Wann musstest du schlechte Nachrichten teilen? Wie bist du mit Gerüchten umgegangen?
- Wie bindest du dein Team in Prozessverbesserungen ein, statt nur zu informieren?
Culture, Inclusion & Psychological Safety
- Erzähle von einer Situation, in der sich jemand in deinem Team ausgeschlossen fühlte. Was hast du wahrgenommen und wie reagiert?
- Beschreibe einen Moment, in dem dich ein Teammitglied offen kritisiert hat. Wie bist du damit umgegangen?
- Wie stellst du sicher, dass leisere Stimmen in Meetings oder Workshops Gehör finden?
- Gib ein Beispiel, wie du Verhalten adressiert hast, das euren Werten widersprach.
- Was hast du konkret getan, um Diversität und Inklusion über Worte hinaus zu stärken?
Data, Decisions & AI in Leadership
- Beschreibe eine Entscheidung, bei der Daten deine ursprüngliche Meinung verändert haben. Welche Daten, welche Wirkung?
- Erzähle von einem KPI oder Dashboard, das du für dein Team etabliert hast. Warum genau dieses?
- Wie hast du digitale oder KI-Tools (z. B. Agenda-Vorschläge, Feedback-Summaries) bereits in deiner Führung genutzt?
- Gib ein Beispiel, wie du Daten mit qualitativen Eindrücken bei einer People-Entscheidung abgewogen hast.
- Welche Governance- oder Datenschutz-Themen siehst du bei People Analytics und KI als Führungskraft?
Einführung & laufende Pflege
Ein Rollout in DACH braucht Pragmatismus und Governance. Unter §94 BetrVG löst die Einführung eines neuen formalen Beurteilungssystems Mitbestimmung aus. Frühzeitige Einbindung des Betriebsrats, klare Zielbilder und transparente Datennutzung helfen, Verzögerungen zu vermeiden. Hilfreiche Leitplanken zur Verbindung von Kompetenzen, Performance und Talent findet ihr etwa in den Sprad-Guides zu Talent Management und Entwicklung.
Startet mit einer kleine Designgruppe aus HR, 5–10 repräsentativen Führungskräften (Levels, Geschlechter, Standorte) und – wo sinnvoll – einem Betriebsratsmitglied. Passt Formulierungen, Beispiele und Evidenzregeln an eure Kultur an, behaltet aber Struktur und Klarheit. Pilotiert das Framework in einer Business-Unit über einen kompletten Review-Zyklus und justiert danach.
Digitale Lösungen wie Sprad Growth mit Atlas AI oder andere Talent-Management-Plattformen können das Kompetenzmodell hinterlegen, Evidenz aus Zielen und 1:1s ziehen und Verhaltensbeispiele sichtbar machen. Das reduziert manuellen Aufwand und schafft eine gemeinsame Sicht für HR und Führungskräfte, wie sie auch im Sprad-Playbook zu Skill Management beschrieben ist.
- Entwickelt Version 1.0 mit einer repräsentativen Gruppe aus Manager:innen, HRBPs und ggf. Betriebsrat.
- Führt DPIA-/DSGVO-Checks durch: Rechtsgrundlage, Aufbewahrungsfristen, Zugriff, Export- und Löschroutinen.
- Pilotiert in einem Bereich und nutzt das Framework dort 6–12 Monate in Hiring, Reviews und Entwicklungsplänen.
- Schult Führungskräfte mit echten Fällen, Rollenspielen und Job Aids – nicht nur mit Folien.
- Bestimmt eine:n Owner in HR, der/die das Framework jährlich mit Manager-Feedback und Strategie-Updates pflegt.
Fazit
Ein klares people manager competency framework bringt drei zentrale Effekte: gemeinsames Verständnis von Erwartungen, mehr Fairness in Bewertungen und stärkere Entwicklungsorientierung. Führungskräfte sehen, wie „gut“ auf jeder Stufe aussieht; Mitarbeitende verstehen, wie Beförderungen verdient werden; HR und Betriebsrat argumentieren mit transparenten, verhaltensbasierten Kriterien statt Bauchgefühl.
Behandelt das Modell als lebendes System, nicht als statisches PDF. Verknüpft es mit Zielen, Reviews, Talententscheidungen und Leadership-Programmen – etwa mit KI-Coaching-Ansätzen wie im Sprad-Artikel zu AI Coaching für Manager. Praktische nächste Schritte: In den nächsten 4–6 Wochen einen halbtägigen Workshop mit 15–20 Führungskräften zur Lokalisierung von Sprache und Beispielen aufsetzen. Im folgenden Quartal das Framework im nächsten Manager-Review-Zyklus nutzen und mindestens eine Kalibrierungsrunde planen. Über 12 Monate hinweg Level und Verhaltensanker nachschärfen und mit Beförderungsrichtlinien sowie Leadership-Programmen verknüpfen. So entsteht Schritt für Schritt ein konsistentes, vertrauenswürdiges Rückgrat eurer Führungskultur.
FAQ zum People Manager Kompetenzmodell
Wie nutzen wir das Framework im Alltag, nicht nur im Review?
Wählt pro Quartal ein bis zwei Domains und baut sie sichtbar in 1:1s, Teammeetings und Retros ein. Führungskräfte und Mitarbeitende bringen konkrete Beispiele aus dem Alltag mit. Haltet kurze Notizen in eurem HR- oder Performance-Tool fest und referenziert dieselben Domains in Entwicklungsplänen und Zielvereinbarungen. So entsteht nach und nach eine gemeinsame Führungssprache, ohne zusätzliche Bürokratie.
Wie stellen wir sicher, dass mehrere Bereiche Manager konsistent bewerten?
Startet vor jedem Zyklus mit einer gemeinsamen Kalibrierung. Nutzt 3–5 anonymisierte Manager-Cases aus verschiedenen Bereichen und lasst Führungskräfte zunächst einzeln raten, anschließend die Unterschiede diskutieren. Nutzt Framework und Skala, um die Debatte auf Verhalten und Wirkung zu fokussieren. Haltet vereinbarte „Daumenregeln“ schriftlich fest und aktualisiert sie je Zyklus, statt perfekter mathematischer Kalibrierung hinterherzulaufen.
Wie beeinflusst das Framework Karrierepfade von Teamleitenden bis Directors?
Mappt jedes Level im Framework auf eine Rolle in eurer Karrierearchitektur – inklusive Scope und typischen Zeiträumen. In Karrieregesprächen können Führungskräfte und HR zeigen, wo jemand je Domain steht und welche 2–3 Verhaltensweisen als nächstes gefragt sind. Das macht Pfade vorhersagbarer und reduziert „Hidden Rules“. In Kombination mit interner Mobilität oder Talent-Marketplace-Lösungen werden Entwicklungspfade sichtbar und nutzbar.
Wie hilft das Framework, Bias in Manager-Bewertungen zu reduzieren?
Bias sinkt, wenn ihr euch auf beobachtbares Verhalten, mehrere Datenpunkte und mehrere Stimmen stützt. Das Framework zwingt Reviewer, konkrete Beispiele zu beschreiben statt allgemeiner Eindrücke. Kombiniert das mit 360°-Feedback, Kalibrierungsrunden und Bias-Checklisten. Laut einer Analyse im Harvard Business Review führen strukturierte, verhaltensbasierte Assessments zu validieren und stärker akzeptierten Talententscheidungen als unstrukturierte Urteile.
Wie oft sollten wir das people manager competency framework aktualisieren?
Plant eine leichte jährliche und eine tiefere Überarbeitung alle zwei bis drei Jahre. Holt Feedback von Führungskräften, Mitarbeitenden, HRBPs und Betriebsrat: Welche Verhaltensanker passen nicht mehr, wo sind Definitionen unklar? Prüft auch die Ausrichtung auf Strategie und neue Anforderungen, etwa Remote-Führung oder KI-Kompetenz. Haltet Änderungen bewusst inkrementell, damit Vertrautheit erhalten bleibt, und dokumentiert Versionen, um nachzuvollziehen, welches Framework in welchem Review-Zyklus galt.


