Gesourcte Kandidaten landen in Personio, Greenhouse, Lever oder SmartRecruiters auf einem von drei Wegen: über die API des Systems, über einen Webhook-gestützten Abgleich oder über eine Importdatei. Die Technik ist der leichte Teil. Ob Ihr ATS sauber bleibt, entscheiden drei Fragen: Wie legen Sie die Person an (als Interessent, nicht als Bewerber), wie gleichen Sie Dubletten ab, und wann geht die Information nach Art. 14 DSGVO raus? Das Active Sourcing von Sprad ist heute an Ashby, d.vinci und Personio angebunden; jedes weitere System mit API lässt sich anbinden. Den Umfang je System klären wir im Gespräch, statt ihn auf einer Seite zu versprechen.
Drei Wege vom Sourcing-Tool ins ATS
Jede Integration nutzt, wer sie auch baut, einen dieser Wege:
- API-Push. Das Sourcing-Tool legt die Person über die REST-Schnittstelle im ATS an. Der Weg für Shortlists, die laufend eintreffen.
- Webhook plus API (in beide Richtungen). Das ATS meldet Änderungen (Phase gewechselt, Person abgesagt), das Tool zieht nach. Ohne diesen Rückweg schreiben Sie Menschen an, die Ihr ATS längst abgeschlossen hat.
- Export und Import. Eine Tabelle oder ein ATS-Export geht hinein, eine Datei kommt heraus. Langsam, aber mit jedem System möglich, und ein guter Start, um einen vorhandenen Pool einmalig zu laden.
Sprad verbindet sich in beide Richtungen mit dem ATS oder CRM, das Sie schon nutzen; nichts muss ersetzt werden. Dazu kommen eine offene API mit Webhooks, und der Datenimport aus Excel und ATS-Exporten ist kostenlos. In unseren Gesprächen mit Recruiting-Teams besteht der Talentpool meist aus Excel und einem Ordner mit Lebensläufen. Ihn einmal zu importieren, ist oft der erste sinnvolle Integrationsschritt, noch vor jeder Live-Anbindung.
Was Ihr ATS bietet, und wo Sprad steht
Die Tabelle zeigt, was die Hersteller öffentlich dokumentieren (laut Entwicklerdokumentation des jeweiligen Anbieters, Stand 5. November 2026), neben dem Stand der Sprad-Anbindung. „Nicht dokumentiert“ heißt: Wir haben nichts Belastbares gefunden, nicht, dass es die Funktion nicht gibt. Die Seiten der Hersteller verlinken wir nicht.
| System | Was der Hersteller dokumentiert | Sprad-Anbindung |
|---|---|---|
| Personio | REST-API (v1 und v2); v2 liest Kandidaten, Bewerbungen und Phasenwechsel; Webhooks derzeit nur für die Person-Entität; Recruiting v2 setzt laut Support-Artikel von Personio den Core-Pro-Plan voraus | Angebunden |
| Greenhouse | Harvest-REST-API; Webhooks; API-Key oder OAuth; Harvest v1/v2 war zur Abschaltung am 31. August 2026 angekündigt, bauen Sie also auf v3 | Über die Schnittstelle anbindbar; Umfang je Kunde klären |
| Lever | Data API (REST); Webhooks für neue Bewerbung, Phasenwechsel, Einstellung und Archivierung; API-Key oder OAuth; OAuth-Apps über das Partnerprogramm von Lever | Über die Schnittstelle anbindbar; Umfang je Kunde klären |
| SmartRecruiters | Customer API mit Webhook-Abos; API-Key oder OAuth 2.0 (Client Credentials) | Über die Schnittstelle anbindbar; Umfang je Kunde klären |
| Ashby | REST-API; Webhooks; Rechte je Modul, Lesen und Schreiben getrennt | Angebunden |
| d.vinci | Keine aktuelle öffentliche Doku gefunden; eine ältere Übersicht (2017) nennt REST-Schnittstellen für Stellen, Bewerbungen und Personen | Angebunden |
| Teamtailor | REST (JSON:API); Webhooks für Kandidaten-, Stellen- und Bewerbungsereignisse, von Admins eingerichtet, kein automatischer Wiederholversuch | Über die Schnittstelle anbindbar; Umfang je Kunde klären |
| SAP SuccessFactors | OData-API mit den Entitäten Candidate und JobApplication; Zugriff über rollenbasierte Berechtigungen | Über die Schnittstelle anbindbar; Umfang je Kunde klären |
| JOIN | REST-API v3 mit Stellen, Bewerbungen, Kandidaten und Notizen; Webhooks nicht dokumentiert | Über die Schnittstelle anbindbar; Umfang je Kunde klären |
| softgarden | Keine allgemeine Kunden-API für Bewerberdaten dokumentiert; nur Karriereseiten-, Apply- und Assessment-Schnittstellen | Hängt von der Schnittstelle ab; im Gespräch klären |
Das Muster hilft bei der Planung. Wo ein Hersteller Webhooks dokumentiert, ist ein Fluss in beide Richtungen realistisch. Wo es nur eine Leseschnittstelle oder ein geschlossenes Partnerprogramm gibt, brauchen Sie einen Export oder eine Freigabe des Herstellers. Fragen Sie das vor der Unterschrift, nicht danach.
Interessent oder Bewerber: wie Gesourcte landen sollten
Eine gesourcte Person hat sich nicht beworben. Die meisten ATS unterscheiden zwischen Interessent (Person im Talentpool oder CRM, keiner Stelle zugeordnet) und Kandidat (Person in der Pipeline einer Stelle). Greenhouse dokumentiert genau diese Trennung in seinem Hilfecenter (Stand 18. Oktober 2026); Personio und Lever kennen vergleichbare Konzepte unter anderen Namen.
Unsere Empfehlung, egal welches ATS:
- Gesourcte als Interessenten in einem Pool mit klarem Namen anlegen („Data Engineers DACH“).
- Beim Anlegen einen Quellenwert setzen (zum Beispiel „Sourcing - Sprad“). Er lässt sich später nicht rekonstruieren.
- Erst nach einer positiven Antwort in die Stellen-Pipeline verschieben.
- Den Datensatz schließen, wenn die Person absagt oder nach dem letzten Nachfassen schweigt, damit niemand doppelt angeschrieben wird.
Wenn jedes gefundene Profil als Kandidat in eine Stelle wandert, füllt sich die Pipeline mit Menschen, die nie zugestimmt haben, die Phasen-Konversion sinkt, und Recruiter trauen der Liste nicht mehr.
Dubletten: Abgleichregel vor dem ersten Import festlegen
Dubletten entstehen an drei Stellen: Die Person hat sich früher beworben, ein Kollege hat sie letztes Jahr gesourct, oder zwei Tools haben dasselbe Profil gefunden. Halten Sie eine Regel schriftlich fest:
- Schlüssel: die E-Mail-Adresse. Fehlt sie, gleichen Sie über Name plus Profil-URL ab und lassen einen Menschen bestätigen.
- Bei Treffer: keinen zweiten Datensatz anlegen. Notiz und Quelle am vorhandenen ergänzen und prüfen, ob schon eine Antwort oder ein Widerspruch vorliegt.
- Vor der Ansprache: zuerst ins ATS schauen. Wer vor zwei Wochen abgesagt wurde, bekommt heute keine Kaltnachricht.
- Nebenwirkungen beim Zusammenführen: wissen Sie, was Ihr ATS überschreibt. Greenhouse dokumentiert zum Beispiel, dass ein zusammengeführtes Profil in bestimmten Fällen Quellenfelder überschreiben kann.
In unseren Gesprächen ist Doppelansprache bei Beratungen mit mehreren Köpfen ein reales Problem. Ein gemeinsamer ATS-Datensatz verhindert sie, vorausgesetzt, das Sourcing-Tool liest ihn, bevor es schreibt.
DSGVO: Art. 14 läuft, sobald Sie die Daten haben
Wenn Sie jemanden über ein öffentliches Profil oder einen Datenanbieter finden, haben Sie die Daten nicht bei der Person erhoben. Art. 14 DSGVO verlangt dann, dass Sie die Person informieren: wer Sie sind, wozu Sie die Daten verarbeiten und woher sie stammen. Die Frist ist eine angemessene Zeit, spätestens ein Monat (Art. 14 Abs. 3 lit. a), oder spätestens beim ersten Kontakt, wenn Sie die Daten nutzen, um die Person anzuschreiben (Abs. 3 lit. b). Die Ausnahmen in Art. 14 Abs. 5 sollten nicht Ihr Plan für die Einzelansprache sein.
Als Rechtsgrundlage kommt häufig das berechtigte Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f in Betracht. Es braucht eine dokumentierte Interessenabwägung, und die Person kann widersprechen (Art. 21). Wenn Sie ein Sourcing-Tool mit Ihrem ATS verbinden, klären Sie diese Punkte:
- Wer die Information versendet und in welcher Nachricht: Verantwortlichen, Quelle und Widerspruchsweg gehören in die erste Nachricht.
- Speicherdauer: Legen Sie eine Frist für Interessenten fest, die nie antworten, und lassen Sie das ATS fristgerecht löschen. In unseren Gesprächen fürchten Teams, die einen aktuellen Pool wollen, nichts mehr als „Datenleichen“.
- Quelle im Datensatz: Sie müssen belegen können, wo Sie die Person gefunden haben.
- Widerspruch: Das Entfernen des Profils muss die Ansprache im selben Schritt stoppen.
- Opt-in für den Talentpool: Abgelehnte Kandidaten, die zustimmen, können Sie in Ihren Talentpool einladen (Art. 6 Abs. 1 lit. a, dokumentierte Einwilligung). Verschieben Sie sie nicht stillschweigend.
Mehr dazu in unserem Beitrag zu DSGVO im Active Sourcing. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung; Details entscheidet Ihr Datenschutzbeauftragter.
Betriebsrat und KI-Regeln in DACH
Gibt es einen Betriebsrat, unterliegt ein Sourcing- oder Screening-Tool, das Verhalten oder Leistung überwachen kann, der Mitbestimmung (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Über den Einsatz von KI muss der Arbeitgeber das Gremium rechtzeitig unterrichten (§ 90 BetrVG), und Auswahlrichtlinien brauchen seine Zustimmung (§ 95 BetrVG). Das AGG gilt für das Sourcing genauso wie für Bewerbungen. Ausschließlich automatisierte Entscheidungen schränkt Art. 22 DSGVO ein; deshalb ist eine Shortlist eine Vorlage für Recruiter, kein Urteil. Beim EU AI Act gelten die Hochrisiko-Pflichten für KI im Recruiting (Anhang III) laut Verordnung (EU) 2026/1744 ab dem 2. Dezember 2027; die Verbote nach Art. 5 gelten seit dem 2. Februar 2025. In unseren Gesprächen ist Datenschutz meist ein Prüfpunkt, kein Blocker, sobald Hosting, Speicherdauer, Löschung und Einwilligung konkret beantwortet sind.
ATS-Sourcing-Modul oder eigenes Tool?
Viele ATS haben ein eigenes Sourcing-Modul oder Add-on. Es hält alles in einem System und erspart die Integration. Meist deckt es Kampagnen, Kontaktsuche und Tracking für Personen ab, die Sie schon gefunden haben; Finden und Prüfen ist eine andere Aufgabe. Ein eigenes Sourcing-Tool sucht und prüft Profile und schreibt die Ergebnisse ins ATS. Was passt, hängt davon ab, wo Ihr Engpass liegt. Beides vergleichen wir in Sourcing-Tool oder ATS-Modul. Für beide Wege gelten die folgenden Fragen.
Fragen an Ihr ATS-Team und an jeden Anbieter
- Datenfluss: Welche Objekte werden geschrieben (Person, Notiz, Tag, Quelle, Phase), in welche Richtung? Wird etwas zurückgelesen, etwa Absagen?
- Datensatzart: Werden Personen als Interessent oder Kandidat angelegt, in welchem Pool und welcher Phase?
- Rechte: Welche API-Berechtigungen sind nötig, und lassen sie sich auf das Nötige beschränken?
- Dubletten: Wie wird eine vorhandene E-Mail behandelt? Entsteht je ein zweiter Datensatz?
- Verantwortlicher und Auftragsverarbeiter: Wer ist was, und liegt für jedes Tool ein Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28 DSGVO) vor?
- Information und Löschung: Wer sendet die Art.-14-Information, wann, und was wird bei Widerspruch gelöscht?
- Folgenabschätzung: Braucht Ihr Einsatz eine Datenschutz-Folgenabschätzung (Art. 35 DSGVO)?
- Betriebsrat: Ist er informiert und einverstanden?
- Limits und Fehler: Was passiert, wenn die API drosselt oder ein Aufruf scheitert? Gibt es Wiederholung und Protokoll?
- Ausstieg: Können Sie bei einem Wechsel alles exportieren, auch Quellen und Notizen?
Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben. Sprad beantwortet sie auf dieselbe Weise: offen, je System.
Rechenbeispiel: 400 gesourcte Profile im Monat
Annahmen (ersetzen Sie sie durch Ihre eigenen): Ein Team sourct 400 Profile im Monat. Ein Profil von Hand anzulegen, inklusive Dublettenprüfung, dauert 5 Minuten; eine Recruiterstunde kostet voll gerechnet 60 €. Das sind 400 × 5 Min. = 33 Stunden, also rund 2.000 € im Monat fürs Abtippen, bevor eine einzige Nachricht rausgeht. Ein angebundener Fluss spart Abtippen und Dublettenprüfung, nicht die Durchsicht: Jemand schaut die Shortlist an, bevor angeschrieben wird. Sprad berechnet eine ATS-Anbindung mit 100 Credits pro Verbindung als Lizenz-Zusatz (Stand 29. Oktober 2026); sie ist in Atlas Base Pro und Max enthalten, bei Atlas Recruiter ab drei Lizenzen.
Wie Sprad dazu passt
Sprad sucht auf LinkedIn, XING, GitHub und in Ihrem eigenen Pool, prüft jedes Profil mit KI und führt LinkedIn- und E-Mail-Ansprache in einem Postfach zusammen. Die Anbindung läuft in beide Richtungen mit Ihrem ATS. Für Ashby, d.vinci und Personio steht sie bereits; weitere Systeme mit API wie Greenhouse, Lever oder SmartRecruiters lassen sich über die Schnittstelle des Systems anbinden, den Umfang je System klären wir im Gespräch. Welche Ergebnisse Ihr ATS zurückbekommen sollte, steht in Was Sie ins ATS zurückschreiben sollten.
FAQ
Kann ich gesourcte Kandidaten automatisch ins ATS übernehmen?
Ja, wenn das ATS eine API hat und das Tool daran angebunden ist. Legen Sie sie als Interessenten mit Quellenwert an und lassen Sie einen Menschen über den nächsten Schritt entscheiden.
Funktioniert Sprad mit Greenhouse, Lever und SmartRecruiters?
Sprad ist an Ashby, d.vinci und Personio angebunden. Jedes weitere System mit API lässt sich anbinden; den Umfang für Greenhouse, Lever oder SmartRecruiters klären wir im Gespräch. Bestimmte Felder oder Phasen versprechen wir hier nicht.
Wie vermeide ich Dubletten?
Erst über die E-Mail abgleichen, dann über Name und Profil-URL, vor der Ansprache ins ATS schauen und bei einem Treffer nie einen zweiten Datensatz anlegen.
Wann muss ich Gesourcte nach DSGVO informieren?
Nach Art. 14 beim ersten Kontakt, wenn Sie sie anschreiben, sonst binnen eines Monats. Nennen Sie Verantwortlichen, Zweck und Quelle.
Darf ich abgelehnte Kandidaten im Talentpool behalten?
Nur mit Rechtsgrundlage, in der Regel ihrer Einwilligung, und mit Löschfrist. Laden Sie sie ein; verschieben Sie sie nicht stillschweigend.
Reicht ein ATS-Sourcing-Modul?
Wenn Ihr Engpass die Kampagnenausführung für bereits gefundene Personen ist, oft ja. Liegt er beim Finden und Prüfen, ergänzen Sie ein Suchtool.
Was kostet eine ATS-Anbindung bei Sprad?
100 Credits pro Verbindung als Lizenz-Zusatz; enthalten in Atlas Base Pro und Max sowie bei Atlas Recruiter ab drei Lizenzen (Preise, Stand 29. Oktober 2026).
Brauche ich den Betriebsrat?
Wenn es einen gibt, in der Regel ja, nach §§ 87 Abs. 1 Nr. 6, 90 und 95 BetrVG. Beziehen Sie ihn früh ein.
Sprad ist so gebaut, dass Ihr ATS Ihr führendes System bleibt. Sourcing über LinkedIn, XING, GitHub und Ihren eigenen Pool, Profil für Profil geprüft, landet in Ihrem bestehenden Prozess statt in einem zweiten Tool, das Sie von Hand füttern. Der Talentpool bleibt Ihrer, ein Plattformwechsel kostet Sie also nicht Ihre Reichweite. Sie können mit dem Gratis-Konto (100 Credits im Monat) starten, und Atlas Base für 450 € im Jahr enthält 5.000 Credits; siehe Preise. Um den Ablauf mit Ihrem eigenen ATS zu sehen, beginnen Sie mit Active Sourcing mit Sprad.

