Ein Empfehlungsprogramm hängt an vier Stellen am ATS: Es holt offene Stellen, legt jede Empfehlung als Bewerbung mit Quelle und Empfehlenden an, spiegelt den Bewerbungsstatus zurück, damit die Empfehlenden den Fortschritt sehen, und löst die Prämie aus, sobald das ATS eine Einstellung kennt. Greenhouse, Workday, Personio, SAP SuccessFactors, SmartRecruiters und andere bieten dafür Schnittstellen, der Umfang unterscheidet sich aber stark. Sprad ist heute an Ashby, d.vinci und Personio angebunden; weitere Systeme mit API lassen sich anbinden, den Umfang je System klären wir im Gespräch (Stand 5. November 2026).
Was ein Referral-Tool mit Ihrem ATS austauschen muss
Empfehlungsprogramme scheitern selten daran, dass das ATS kein Feld für Empfehlende hat. Sie scheitern, wenn einer von fünf Datenflüssen von Hand läuft und jemand in der Personalabteilung Daten abtippt oder die Frage „Wie steht es um meine Empfehlung?“ per Mail beantwortet.
- Stellen hinein: Offene Stellen kommen aus dem ATS. Mitarbeitende sehen nur wirklich offene Positionen, und Recruiter pflegen eine Stelle nur einmal.
- Empfehlung hinaus: Die empfohlene Person landet als Bewerbung im ATS, mit dem Kanal „Mitarbeiterempfehlung“ und den Empfehlenden.
- Status zurück: Phasenwechsel im ATS werden an die Empfehlenden gespiegelt („Gespräch vereinbart“, „nicht weiter im Verfahren“), in neutralen Worten.
- Prämien-Auslöser: Die Einstellung (und auf Wunsch das Ende der Probezeit) wird aus dem ATS gelesen. Das Tool führt Punkte und Prämie, die Auszahlung läuft über Ihre Lohnabrechnung.
- Auswertung: Einstellungen, Time-to-Hire und Kosten je Einstellung nach Quelle, aus dem ATS-Datensatz statt aus einer zweiten Tabelle.
Kann Ihr ATS einen dieser Punkte nicht, bleibt als ehrliche Lösung ein geplanter Export oder Import. Das funktioniert, braucht aber eine zuständige Person und eine klare Dublettenregel.
Was die ATS anbieten und wo Sprad steht
Die Tabelle zeigt, was die Hersteller in ihrer eigenen Entwicklerdokumentation angeben (Stand 5. November 2026), und wie Sprad heute angebunden ist. „Nicht dokumentiert“ heißt: Wir haben nichts Belastbares gefunden, nicht, dass es die Funktion nicht gibt. Bei noch nicht angebundenen Systemen gilt: über die Schnittstelle des Systems anbindbar, Umfang je System im Gespräch klären.
| System | Was der Hersteller dokumentiert | Webhooks | Sprad |
|---|---|---|---|
| Greenhouse | Harvest API (REST): Kandidaten, Bewerbungen, Stellen, Phasen; die älteren Versionen v1/v2 laufen laut Ankündigung am 31. August 2026 aus, prüfen Sie also, welche Version Ihr Mandant nutzt | Ja | Per API anbindbar |
| Workday Recruiting | SOAP-Webservices für Kandidaten und Stellenanforderungen; OAuth-2.0-API-Client, vom Mandanten-Admin eingerichtet | Nicht dokumentiert | Per API anbindbar |
| Personio | REST-API: offene Stellen lesen, Bewerbungen einreichen (v1); Bewerbungen und Phasenwechsel lesen (v2) | Nur Personen-Objekt | Angebunden |
| SAP SuccessFactors | OData-API mit Candidate und JobApplication; Zugriff über rollenbasierte Berechtigungen | Nicht dokumentiert | Per API anbindbar |
| SmartRecruiters | Customer API mit Stellen- und Bewerbungs-API; OAuth 2.0 oder API-Key | Ja | Per API anbindbar |
| softgarden | Keine allgemeine Kunden-API für Bewerberdaten dokumentiert; Schnittstellen für Karriereseite, Bewerbungseingang und Assessments vorhanden | Nicht dokumentiert | Im Einzelfall klären |
| Ashby | REST-artige API mit modulweisen Lese- und Schreibrechten | Ja | Angebunden |
| d.vinci | Keine aktuelle öffentliche Dokumentation gefunden | Nicht dokumentiert | Angebunden |
Zwei praktische Lesarten. Erstens: Eine API heißt nicht automatisch „Empfehlung schreiben und Status lesen“. Die Webhooks von Personio decken zum Beispiel derzeit nur das Personen-Objekt ab, Statuswechsel an Bewerbungen werden also abgefragt statt gemeldet. Zweitens: Bei manchen Systemen braucht der API-Nutzer besondere Rechte oder einen bestimmten Tarif. Fragen Sie Ihre ATS-Administration früh, nicht in der Woche vor dem Start.
Stellen: importieren, nicht doppelt pflegen
Holen Sie die Stellen in festen Abständen aus dem ATS und lassen Sie geschlossene Stellen automatisch aus der Empfehlungsansicht verschwinden. Legen Sie vorab fest, welche Stellen empfehlbar sind: interne Wechsel, vertrauliche Suchen und Führungsrollen sind meist ausgenommen. Sprad importiert die Stellen aus dem ATS, Recruiter pflegen Stellen also an einem Ort.
Empfehlung als Bewerbung mit Quelle
Die Empfehlung gehört wie jede andere Bewerbung ins ATS, mit festem Quellenwert und Name oder Personalnummer der Empfehlenden. Drei Details entscheiden. Dubletten: erst über die E-Mail abgleichen, dann über Name und Profil-URL, und festlegen, wer gewinnt, wenn sich die Person schon beworben hat. Zuordnung: Es zählt die erste gültige Empfehlung; schreiben Sie das in die Programmregeln. Nachweis: Halten Sie fest, wann die empfohlene Person informiert wurde (siehe Rechtsabschnitt).
Status zurück an die Empfehlenden
Empfehlende wollen wissen, ob etwas passiert, nicht jedes Detail. Gut ist ein Status mit wenigen Phasen in neutraler Sprache, ohne Gesprächsnotizen, Bewertungen oder Absagegründe. Sprad spiegelt den Status aus dem ATS, damit die Sicht der Empfehlenden und die der Recruiter nicht auseinanderlaufen. Genau hier schaut auch der Betriebsrat zuerst hin, weil die Ansicht Verhalten von Beschäftigten zeigt (siehe unten). Was KI-Werkzeuge allgemein ins ATS zurückschreiben müssen, steht in ATS-Anbindung für Screening-Ergebnisse.
Prämien-Auslöser: Einstellung, Probezeit, Auszahlung
Legen Sie den Auslöser als Ereignis im ATS fest: „eingestellt“ oder „Eintrittsdatum erreicht“, wahlweise „Probezeit bestanden“. Das Tool liest ihn und gibt Punkte oder Prämie frei. Sprad zahlt nicht aus; Prämien legt das Unternehmen selbst fest und zahlt sie selbst. Prämien sind in Deutschland in der Regel Arbeitslohn, beziehen Sie die Lohnabrechnung also vor der ersten Auszahlung ein, und regeln Sie Teilzeit, Austritt vor dem Auszahlungstermin sowie Empfehlungen durch HR oder Führungskräfte.
Überschlag: Was Handarbeit kostet
Annahmen, keine Messwerte: 300 Mitarbeitende, 120 Empfehlungen im Jahr. Ohne Anbindung tippt jemand jede Empfehlung ab (8 Minuten) und beantwortet zwei Statusfragen je Empfehlung (je 5 Minuten), also 18 Minuten je Empfehlung, rund 36 Stunden im Jahr. Bei einem internen Satz von 45 € je Stunde sind das etwa 1.620 €. Das allein trägt kein Tool: Sprad Referral beginnt bei 299 € im Monat für bis zu 300 Mitarbeitende, inklusive 10+ ATS-Integrationen (Stand 5. November 2026). Die Anbindung ist ein Hygienefaktor, sie schützt Datenqualität und Recruiter-Zeit; Beteiligung und Einstellungen rechtfertigen das Programm.
Fragen an Ihr ATS-Team und an jeden Anbieter
- Datenfluss: Welche Felder laufen in welche Richtung, wie oft, und was passiert bei einer fehlgeschlagenen Synchronisation?
- Rechte: Welcher API-Nutzer mit welchen Berechtigungen ist nötig, und lässt er sich auf Stellen und Empfehlungs-Bewerbungen begrenzen?
- Löschkonzept: Wie werden empfohlene Kandidaten nach einer Absage in beiden Systemen gelöscht, und nach welcher Frist?
- Verantwortlicher und AVV: Wer ist Verantwortlicher, liegt ein Auftragsverarbeitungsvertrag vor, wo liegen die Daten?
- Betriebsrat: Ist die Statusansicht oder ein Dashboard mit Mitarbeiterbezug durch eine Betriebsvereinbarung gedeckt?
- Dubletten und Zuordnung: Wer gewinnt, wenn eine Person zweimal empfohlen wurde oder sich schon beworben hat?
- Ausstieg: Können Sie Empfehlungsdaten und Quellen exportieren, wenn Sie das Tool verlassen?
In unseren Gesprächen ist Datenschutz meist ein Prüfpunkt und kein Hindernis, solange Hosting, Speicherdauer und Löschung konkret beantwortet werden.
Datenschutz und Mitbestimmung in der DACH-Region
- Empfohlene Person: Das Unternehmen erhält die Daten von der Mitarbeiterin oder vom Mitarbeiter, nicht von der Person selbst. Art. 14 DSGVO verlangt die Information spätestens nach einem Monat, bei Kontaktaufnahme spätestens beim ersten Kontakt. Rechtsgrundlage für die Bewerberdaten ist typischerweise Art. 6 Abs. 1 lit. b oder f.
- Kontakte der Mitarbeitenden: Laden Mitarbeitende Kontakte hoch, entscheiden sie selbst, was geteilt wird; Adressbücher nicht pauschal übernehmen.
- Auftragsverarbeitung: Der Anbieter verarbeitet in Ihrem Auftrag, nötig ist daher ein AVV nach Art. 28. Eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 ist nur bei voraussichtlich hohem Risiko nötig; prüfen Sie das bei Matching-Funktionen.
- Betriebsrat: Technische Einrichtungen, die Verhalten oder Leistung überwachen können, sind nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mitbestimmungspflichtig; Auswahlrichtlinien fallen unter § 95 BetrVG. Ein Dashboard mit Zahlen je Mitarbeiter ist ein typischer Fall.
- Gleichbehandlung: Dominieren Empfehlungen, kann die Belegschaft homogener werden; das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) gilt für die Auswahl unabhängig von der Quelle.
- EU AI Act: KI, die Bewerbungen filtert oder bewertet, ist nach Anhang III Hochrisiko; diese Pflichten gelten ab 2. Dezember 2027 laut Verordnung (EU) 2026/1744. Reines Empfehlungs-Tracking ist meist nicht betroffen, Matching und Rangfolgen müssen Sie prüfen.
So bindet sich Sprad Referral an Ihr ATS an
Sprad Referral verbindet sich in beide Richtungen mit Ihrem ATS und ersetzt nichts. Die Stellen kommen aus dem ATS, der Status jeder empfohlenen Person wird von dort gespiegelt, und Mitarbeitende empfehlen über WhatsApp, SMS, Teams, Slack oder E-Mail, ohne eine App zu installieren. Heute angebunden: Ashby, d.vinci und Personio. Jedes weitere System mit API lässt sich anbinden; welche Felder und Phasen genutzt werden, klären wir je System im Gespräch. Eine Feldzuordnung versprechen wir nicht, bevor wir Ihr Setup gesehen haben.
FAQ
Braucht Greenhouse ein eigenes Empfehlungs-Tool?
Greenhouse hat eigene Empfehlungsfunktionen. Ein zusätzliches Tool lohnt, wenn die Beteiligung das Problem ist, etwa bei Mitarbeitenden ohne Schreibtisch, und das ATS führendes System bleibt. Prüfen Sie, welche API-Version Ihr Greenhouse-Mandant nutzt.
Kann ein Referral-Tool den Status in Workday schreiben?
Die Herstellerdokumentation beschreibt SOAP-Webservices für Kandidaten und Stellenanforderungen, belastbare öffentliche Details zum Schreiben von Phasen haben wir nicht gefunden. Klären Sie den Umfang vorab mit Ihrem Workday-Team und dem Anbieter.
Mit welchen ATS arbeitet Sprad Referral?
Heute angebunden: Ashby, d.vinci und Personio. Weitere Systeme mit API lassen sich anbinden; den Umfang je System klären wir im Gespräch. Der Tarif Start enthält 10+ ATS-Integrationen.
Was kostet die Anbindung?
Sprad Referral beginnt bei 299 € im Monat für bis zu 300 Mitarbeitende, inklusive 10+ ATS-Integrationen. Größere Tarife auf Anfrage (Stand 5. November 2026, siehe Preise).
Wer zahlt die Empfehlungsprämie?
Ihr Unternehmen, über die Lohnabrechnung. Das Tool führt Punkte und gibt den Auslöser frei, es zahlt nicht aus.
Brauchen wir den Betriebsrat?
In den meisten DACH-Unternehmen mit Betriebsrat ja, sobald ein Dashboard Verhalten einzelner Beschäftigter zeigt. Siehe § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG.
Fallen die Daten der empfohlenen Person unter die DSGVO?
Ja. Die Person muss nach Art. 14 informiert werden, spätestens nach einem Monat.
Was, wenn das ATS keine API hat?
Nutzen Sie einen geplanten Export und Import mit klarer Dublettenregel oder fragen Sie den Hersteller nach einer Schnittstelle. Klären Sie das früh, denn es verändert den Aufwand.
Wie es weitergeht
Das Produkt finden Sie unter Mitarbeiterempfehlung. Zum Anbietervergleich lesen Sie die beste Employee-Referral-Software, zur Programmgestaltung den ausführlichen Leitfaden zum Empfehlungsprogramm.
Mit Sprad Referral empfehlen Mitarbeitende über WhatsApp, SMS, Teams, Slack oder E-Mail, während Ihr ATS das führende System bleibt: Stellen werden importiert, der Status gespiegelt, Prämien geführt. Die Tarife beginnen bei 299 € im Monat für bis zu 300 Mitarbeitende, mit 10+ ATS-Integrationen. Mitarbeiterempfehlung ansehen oder bei uns erfragen, welchen Umfang Ihr ATS unterstützt.



