Jobbörsen Vergleich 2026: Kosten, Reichweite, gewerbliche Bewerber

October 26, 2026
Von Jürgen Ulbrich

Eine Anzeige auf einer Jobbörse kostet 2026 zwischen 0 und rund 2.400 € je Stelle, die Reichweite reicht von der kostenlosen Bundesagentur bis zum weltgrößten Aggregator Indeed. Welche Börse passt, hängt weniger vom Preis ab als davon, ob Ihre Zielgruppe überhaupt sucht. Für Büro- und Fachrollen lohnt der Vergleich nach Preis und Reichweite. Für gewerbliche Rollen wie Fahrer, Pflegekräfte oder Handwerker sind viele geeignete Kandidaten in Arbeit und öffnen keine Börse. Dort braucht es zusätzlich einen Kanal, der Menschen im Feed findet.

Auf einen Blick
Am besten für Reichweite bei aktiv Suchenden: Indeed — Auktion je Klick oder begonnener Bewerbung, 3 Gratis-Anzeigen im Monat
Am besten für kostenlos starten: Bundesagentur für Arbeit — Anzeigen ohne Gebühr, stark bei gewerblichen Berufen (Einschätzung)
Am besten für Büro- und Fachrollen: StepStone — Festpreis ab 199 €, Standardanzeige ab 1.449 € für 30 Tage
Am besten für mehrere Börsen aus einem Tool: JOIN — Gratis-Tarif mit 2 aktiven Anzeigen, Standard ab 20 € je Anzeige und Monat
Am besten für gewerbliche Rollen, bei denen kaum jemand sucht: Sprad Social Recruiting — Werbebudget plus 10 %, Bewerber landen im eigenen Talent Pool
Stand 03.10.2026. Listenpreise, individuelle Angebote können abweichen.

So haben wir verglichen: fünf Kriterien

Viele Vergleiche listen 30 bis 50 Börsen, oft ohne Tabelle und ohne Blick auf gewerbliche Rollen. Wir legen deshalb die Kriterien offen, die bei der Entscheidung wirklich zählen:

  • Preismodell: Festpreis je Anzeige, Auktion je Klick oder begonnener Bewerbung, Abo oder kostenlos.
  • Reichweite: Wie viele Suchende sehen die Anzeige, und sind es Ihre Kandidaten?
  • Passung für gewerbliche Rollen: Bewerben sich dort Fahrer, Pflegekräfte, Lager- und Handwerkskräfte? Das ist unsere Einschätzung, keine Messung.
  • Bewerbungsaufwand: Lebenslauf und Konto oder ein Klick am Smartphone?
  • Wem die Kontakte gehören: Bleiben Bewerber bei Ihnen oder bei der Börse?

Jobbörsen im Überblick: Preise, Modell und Eignung

Die Tabelle fasst die wichtigsten Börsen im deutschsprachigen Raum zusammen. Alle Preise sind veröffentlichte Listenpreise oder Marktangaben mit Stand Oktober 2026. Individuelle Rabatte und Pakete weichen ab.

BörsePreismodellPreis (Stand)StärkeGewerbliche Rollen*
Bundesagentur für Arbeitkostenlos0 €breite Reichweite in Deutschland, Gratis-Einstieggut
IndeedAuktion je Klick oder begonnener Bewerbung3 Gratis-Anzeigen im Monat, bezahlt ab ca. 15 € je Anzeige und Monatgrößter Aggregator, viele Aktivegut
StepStoneFestpreis je Anzeigeca. 199 bis 2.399 €, Standard ab 1.449 € (30 Tage)Fach- und Führungskräftemittel
XINGFestpreis je Anzeige899 € (60 Tage)Business-Netzwerk im DACH-Raum, kaufmännische Rollengering
jobs.deFestpreis je Anzeige979 bis 1.485 €Generalistmittel
karriere.atFestpreis je Anzeige949 bis 1.599 €Österreichmittel
KleinanzeigenGratis-Kontingent, Pro-Anzeigen kostenpflichtigbis zu 10 Gratis-Stellenanzeigen im Monatlokale Hilfs- und Nebenjobsmittel
JOINTarif je aktiver Anzeige, MultipostingFree (2 Anzeigen), ab 20 € je Anzeige und Monat (07/2026)Bewerbermanagement für KMU, verteilt an viele Börsenmittel
FachjobbörsenFestpreis je Anzeigeab ca. 90 bis 199 €passgenau je Brancheje nach Branche
Sprad Social RecruitingWerbebudget plus 10 %ab 1.000 € Budgeterreicht auch Menschen, die nicht suchenKernzielgruppe

* Unsere Einschätzung, wie gut die Börse typischerweise gewerbliche Bewerber erreicht. Sie beruht auf der Zielgruppe der Plattform, nicht auf eigenen Messungen. Quellen für die Preise: Marktübersichten und Preisangaben der Anbieter, siehe unten.

Infografik: Listenpreise von Jobbörsen je Anzeige
Veröffentlichte Listenpreise je Anzeige. Quelle: Marktübersichten der Börsen, Stand 03.10.2026.

Wie Börsen abrechnen: vier Preismodelle

Das Preismodell entscheidet, wer das Risiko trägt. Es lohnt sich, es vor dem Preis zu vergleichen.

Festpreis je Anzeige

StepStone, XING, jobs.de und viele Fachbörsen verkaufen eine Anzeige für eine feste Laufzeit. Sie wissen vorher, was es kostet, bekommen aber keine Zusage für Bewerbungen. Für Rollen mit vielen aktiv Suchenden ist das gut planbar.

Auktion je Klick oder begonnener Bewerbung

Bei Indeed steht kein Listenpreis fest. Sie legen ein Budget fest und zahlen, wenn jemand klickt oder eine Bewerbung beginnt. Der Preis richtet sich nach Beruf, Region und Konkurrenz. Laut Indeed gibt es keine Grundgebühr, und es lassen sich bis zu drei kostenlose Anzeigen im Monat schalten. Ein Marktbericht nennt zusätzlich einen Mindestpreis ab 15 € je Anzeige und Monat. Rechnungen stellt Indeed monatlich oder ab einer Schwelle von 500 €.

Kostenlos

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht Stellen ohne Gebühr, bei Kleinanzeigen sind bis zu zehn Stellenanzeigen im Monat gratis. Das kostet nur Zeit und eignet sich als Basis, die jede Suche mitnimmt.

Werbebudget plus Aufschlag

Beim Social Recruiting zahlen Sie die Reichweite in Instagram und Facebook. Bei Sprad ist das Werbebudget plus 10 %, ab 1.000 € Budget. Das Modell ist eher mit der Auktion verwandt als mit dem Festpreis: Sie kaufen Aufmerksamkeit, nicht einen Platz in einer Liste.

1. StepStone: große Börse für Fach- und Führungskräfte

stepstone.de
Arbeitgeberseite von StepStone
Arbeitgeberseite von StepStone, Stand Oktober 2026
StepStone
Große Jobbörse für Fach- und Führungskräfte
Preis
ca. 199 bis 2.399 € je Anzeige, Standard ab 1.449 € für 30 Tage, Stand Oktober 2026
Am besten für
Büro-, Fach- und Führungsrollen mit vielen aktiv Suchenden.
Grenzen
Festpreis ohne Bewerbungsgarantie, Kontakte bleiben bei der Börse. Für passive gewerbliche Kandidaten weniger geeignet (unsere Einschätzung).
Deutsch
✓

StepStone ist die klassische Wahl für Fach- und Führungsrollen. Die Preisspanne reicht laut Marktübersichten von ca. 199 € bis 2.399 €, die Standardanzeige beginnt bei 1.449 € für 30 Tage. Details zu Paketen und versteckten Kosten finden Sie in unserem Beitrag StepStone Kosten und Preise, passende Wege daneben im StepStone-Vergleich mit Alternativen.

2. JOIN: eine Anzeige, viele Börsen

join.com
Startseite von JOIN
Startseite von JOIN, Stand Oktober 2026
JOIN
Bewerbermanagement mit Multiposting
Preis
Free mit 2 aktiven Anzeigen, Standard ab 20 €, Advanced ab 40 € je Anzeige und Monat, Stand 07/2026
Am besten für
Kleine und mittlere Betriebe, die eine Anzeige an mehrere Börsen verteilen wollen.
Grenzen
Verteilt Anzeigen, schafft aber selbst keine Reichweite bei Menschen, die nicht suchen. Bezahlte Platzierungen auf Börsen kommen dazu.
Deutsch
✓

JOIN ist keine einzelne Börse, sondern ein Bewerbermanagement, das Anzeigen kostenlos oder bezahlt an viele Börsen verteilt. Das spart Aufwand, ersetzt aber keine Reichweite: Wer nicht sucht, sieht auch eine verteilte Anzeige nicht. Die Preise stammen aus einer Marktübersicht mit Stand 07/2026 und sollten Sie vor dem Abschluss prüfen.

3. Sprad Social Recruiting: Reichweite bei Menschen, die nicht suchen

sprad.io
Produktseite Sprad Social Recruiting
Sprad Social Recruiting, Stand Oktober 2026
Sprad Social Recruiting
Instagram- und Facebook-Anzeigen mit KI-Talent-Agent
Preis
Werbebudget plus 10 %, ab 1.000 € Budget, auf mehrere Stellen verteilbar
Am besten für
Gewerbliche Rollen und Schichtberufe (Pflege, Handwerk, Logistik) mit vorqualifizierten Bewerbern und eigenem Talent Pool.
Grenzen
Heute Instagram und Facebook, Google und TikTok folgen. Budget-Empfehlungen sind Richtwerte, keine Bewerbergarantie.
Deutsch
✓

Auf Jobbörsen sehen Ihre Anzeige nur Suchende. Sprad Social Recruiting schaltet Anzeigen auf Instagram und Facebook, wo Pflegekräfte, Handwerker und Fahrer jeden Tag sind. Ein KI-Talent-Agent qualifiziert jede Bewerbung per WhatsApp, Telefon oder Web vor. Alle Bewerber landen im eigenen Talent Pool, die Kontakte bleiben also bei Ihnen. Mehr dazu auf der Seite Sprad Social Recruiting.

Welche Börse für welche Rolle?

Statt einer Rangliste hilft eine Faustregel, die sich an der Frage orientiert, ob Ihre Kandidaten suchen:

RolleSinnvolle KombinationWarum
Büro, IT, Vertrieb, FührungStepStone oder XING plus Indeedviele aktiv Suchende, klare Suchbegriffe
Pflege, Handwerk, Logistik, ProduktionBundesagentur plus Indeed plus Social RecruitingBörsen erreichen die Suchenden, Social die Passiven
Minijob, Aushilfe, Gastro, HandelKleinanzeigen und Bundesagentur, Social für Lückenlokal, schnell, geringer Aufwand
Wenige, sehr spezielle RollenFachjobbörsekleine, passende Zielgruppe zum kleinen Preis
Viele Stellen, dauerhaftBörse als Basis, Social mit eigenem Talent PoolKontakte bleiben, jede Anzeige zahlt auf den Pool ein

Was kostet eine Einstellung? Ein Rechenbeispiel

Der Preis je Anzeige sagt wenig. Entscheidend sind die Kosten je Einstellung, also die Summe aller Kosten geteilt durch die Zahl der besetzten Stellen. Ein Beispiel mit offenen Annahmen für fünf Lagerkräfte:

  • Jobbörse: fünf Standardanzeigen bei StepStone zum Listenpreis von je 1.449 € ergeben 7.245 €. Wird jede Anzeige zu einer Einstellung, sind es 1.449 € je Einstellung. Führt nur jede zweite Anzeige zum Erfolg, sind es 2.898 €.
  • Social Recruiting: ein Budget von 1.000 € im Monat über die empfohlenen drei Monate ergibt 3.000 € Werbebudget, mit 10 % Aufschlag 3.300 €. Bei fünf Einstellungen sind das 660 € je Einstellung, bei drei Einstellungen 1.100 €.

Das ist reine Arithmetik auf Listenpreisen, keine Prognose. Wie viele Bewerber und Einstellungen eine Kampagne bringt, hängt von Rolle, Region und Anzeige ab, und wir versprechen keine Zahl. Hinzu kommt interne Zeit für Gespräche, die bei vorqualifizierten Bewerbern sinkt.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

  • Laufzeit prüfen: 30 Tage bei StepStone, 60 Tage bei XING: Preise je Anzeige sind nur bei gleicher Laufzeit vergleichbar.
  • Gratis zuerst: Bundesagentur und die Gratis-Kontingente kosten nur Zeit. Starten Sie dort.
  • Auktion deckeln: Bei Klick- oder Bewerbungsabrechnung ein Monatsbudget setzen und Zwischenstände prüfen.
  • Bewerbung vereinfachen: Ein langes Formular mit Lebenslauf schreckt gewerbliche Kandidaten ab. Ein Chat oder kurzes Formular am Smartphone hilft, wie unser Beitrag Blue-Collar-Screening zeigt.
  • Kontakte sichern: Fragen Sie, wo Bewerber nach der Anzeige liegen. Ein eigener Talent Pool macht die nächste Besetzung günstiger.

Häufige Fragen

Welche Jobbörse ist die beste?

Es gibt keine beste Börse, sondern die passende für Ihre Rolle. Für Fach- und Führungskräfte sind StepStone und XING etabliert, für Reichweite bei Aktiven Indeed, für einen kostenlosen Einstieg die Bundesagentur. Bei gewerblichen Rollen kombinieren Sie sie mit Social-Media-Anzeigen.

Was kostet eine Stellenanzeige auf einer Jobbörse?

Zwischen 0 und rund 2.400 €. Die Bundesagentur ist kostenlos, Fachjobbörsen beginnen bei ca. 90 €, StepStone bei ca. 199 € und die Standardanzeige bei 1.449 € für 30 Tage. Indeed rechnet per Auktion ab.

Gibt es kostenlose Jobbörsen?

Ja: die Bundesagentur für Arbeit, bis zu drei Gratis-Anzeigen im Monat bei Indeed, bis zu zehn bei Kleinanzeigen und ein Gratis-Tarif bei JOIN. Bezahlte Platzierungen bringen meist mehr Reichweite.

Lohnen sich Jobbörsen für gewerbliche Berufe?

Für Berufe mit vielen Suchenden, etwa Aushilfen oder Lager, ja. Passive Fachkräfte wie Fahrer mit Job oder Pflegekräfte erreichen Sie dort seltener. Eine Zahl dafür können wir nicht nennen, belastbare neue Erhebungen fehlen. Einen Vergleich der Kanäle finden Sie auch im Beitrag Frontline-Recruiting per Telefon und WhatsApp.

Wie viel kostet eine Einstellung?

Das hängt von Rolle und Kanal ab. Eine Studie mit deutschen Betriebsdaten nennt im Schnitt rund 4.700 € je Einstellung inklusive Einarbeitung.

Fazit: Börse als Basis, Social für alle, die nicht suchen

Jobbörsen bleiben eine gute Basis, weil sie Suchende erreichen, und viele sind günstig oder kostenlos. Bei gewerblichen Rollen reicht das oft nicht. Sprad Social Recruiting ergänzt sie um Anzeigen auf Instagram und Facebook. Statt gemieteter Reichweite bauen Sie damit einen eigenen Talent Pool auf: Jede Bewerbung wird per WhatsApp, Telefon oder Web vorqualifiziert, und die Kontakte bleiben bei Ihnen. Abgerechnet wird das Werbebudget plus 10 %, ab 1.000 €. Sie finden das Angebot unter Sprad Social Recruiting, passende Branchenseiten sind Logistik und Handwerk.

Jürgen Ulbrich

CEO & Co-Founder of Sprad

Jürgen Ulbrich verfügt über mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in der Entwicklung und Führung leistungsstarker Teams und Unternehmen. Als Experte für Mitarbeiterempfehlungsprogramme sowie Feedback- und Performance-Prozesse hat Jürgen über 100 Organisationen dabei unterstützt, ihre Talent Acquisition und Devlopment Strategie zu optimieren.

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