Ein LinkedIn Recruiter Lite Sitzplatz kostet nach öffentlicher Preisrecherche eines Drittanbieters rund 1.680 US-Dollar pro Jahr (Stand August 2026, von LinkedIn selbst nicht veröffentlicht). LinkedIn Recruiter Corporate hat keinen Listenpreis, bei Verlängerungen wurden Größenordnungen von etwa 835 bis 1.080 US-Dollar pro Lizenz und Monat berichtet, also rund 10.000 bis 13.000 US-Dollar im Jahr.
Der Preis gilt pro Sitzplatz, nicht pro Team. Wer drei Recruiter ausstatten will, zahlt drei volle Lizenzen, nicht einen Mengenrabatt auf einen gemeinsamen Topf. Das ist der Kern dieses Beitrags: nicht die Gesamtsumme, sondern die Sitzplatzlogik dahinter. Was ein Sitzplatz umfasst, was er ausschließt, was passiert, wenn ein Team wächst oder ein Recruiter das Unternehmen verlässt, und wie sich das strukturell von einem verbrauchsbasierten Modell unterscheidet.
Lite gegen Corporate: was je Sitzplatz dazugehört
Beide Stufen sind Einzelplatz-Lizenzen. Jeder Nutzer bekommt einen eigenen Login, ein eigenes Kontingent und eigene Nutzungsrechte. Was sich zwischen den Stufen unterscheidet, ist der Funktionsumfang je Platz und die Frage, wie viel davon vertraglich zwischen mehreren Plätzen sichtbar gemacht werden kann.
| Merkmal | Recruiter Lite (je Sitzplatz) | Recruiter Corporate (je Sitzplatz) |
|---|---|---|
| Listenpreis | rund 1.680 USD/Jahr (Drittanbieter-Recherche, Stand 08/2026) | kein Listenpreis, Verhandlungssache |
| Berichtete Verlängerungspreise | nicht öffentlich berichtet | etwa 835-1.080 USD/Lizenz/Monat |
| Such- und InMail-Kontingent | an den einzelnen Sitzplatz gebunden | an den einzelnen Sitzplatz gebunden, Umfang Verhandlungssache |
| Sichtbarkeit über das Team | nicht vorgesehen, jeder Platz arbeitet isoliert | vertraglich möglich, aber nicht automatisch inklusive |
| Mindestlaufzeit / Mindestplätze | ein Platz, Einzelabo | typischerweise mehrere Plätze über einen Firmenvertrag |
| Sitzplatz nachträglich hinzufügen | jederzeit zum vollen Einzelpreis | meist an die bestehende Vertragslaufzeit gekoppelt |
Der entscheidende Punkt steht in der vierten Zeile: Ein gemeinsamer Blick auf den Kandidatenstand über mehrere Recruiter hinweg ist bei Corporate möglich, aber ein Verhandlungspunkt, kein Standardmerkmal des Sitzplatzes selbst. Wer das ohne separate Absprache erwartet, verhandelt es nach.
Die Rechnung für ein Team: warum drei Recruiter das Dreifache kosten
Sitzplatzlizenzen skalieren linear mit der Kopfzahl, nicht mit der Auslastung. Ein Recruiter, der zehn Suchen im Monat fährt, und einer, der eine Suche im Monat fährt, zahlen denselben Sitzplatzpreis. Es gibt kein Pooling der Kontingente über Personen hinweg, wenn nicht ausdrücklich vertraglich vereinbart, und selbst dann bleibt die Grundlizenz je Kopf bestehen. Auch ein Recruiter in Teilzeit oder eine Person, die nur befristet unterstützt, braucht einen vollen Sitzplatz, eine anteilige Lizenz nach Arbeitszeit gibt es nicht.
Für ein Team heißt das: Wachstum von einem auf drei Recruiter bedeutet nicht ein geteiltes Budget, sondern die dreifache Grundsumme, plus die Zeit, jeden neuen Platz separat zu verhandeln oder freizuschalten. Bei Corporate-Lizenzen kommt dazu, dass ein neuer Platz mitten in der Laufzeit oft zum ungünstigeren anteiligen Preis eingekauft wird, statt zum nächsten regulären Verlängerungstermin.
Umgekehrt gilt das auch beim Verlassen des Teams: Kündigt ein Recruiter, bleibt der Sitzplatz in der Regel bis zum Vertragsende bestehen oder muss aktiv gekündigt werden, bevor er sich automatisch verlängert. Ein ungenutzter Platz kostet weiter, bis jemand ihn abbestellt oder neu besetzt.
Was bei der Verlängerung passiert
Im Markt wiederholt sich ein Muster, das mehrere Anbieter betrifft, nicht nur LinkedIn: ein niedriger Einstiegspreis im ersten Jahr, eine zweistellige Erhöhung bei der Verlängerung, und eine Kündigung, die deutlich schwerer ist als der Einstieg. Wer eine Sitzplatzlizenz zum Testpreis abschließt, sollte den Verlängerungstermin im Kalender haben und die Preislogik vorher kennen, nicht erst bei der Rechnung.
Praktisch bedeutet das für die Budgetplanung: Der Preis aus dem ersten Vertragsjahr ist keine verlässliche Grundlage für das zweite. Wer mit mehreren Sitzplätzen plant, sollte die Verlängerungsbedingungen vor Vertragsabschluss klären, nicht danach. Dazu gehört auch die Frage, wie eine Kündigung technisch abläuft und wie viel Vorlauf sie braucht, denn das berichtete Beschwerdemuster nennt genau diesen Punkt als Ursache: Wer den Kündigungsweg erst sucht, wenn die Verlängerung schon ansteht, hat kaum noch Verhandlungsspielraum.
Sitzplatz oder Verbrauch: zwei Preislogiken
Eine Sitzplatzlizenz bepreist den Zugang: Wer einen Platz hat, darf suchen, unabhängig davon, ob am Ende ein passender Kandidat dabei herauskommt. Ein verbrauchsbasiertes Modell bepreist stattdessen das Ergebnis: bezahlt wird für das, was tatsächlich geliefert wird, nicht für den Zugang zur Suchmaske.
Bei Sprad läuft die Abrechnung deshalb pro Credit statt pro Sitzplatz: Ein qualifizierter Kandidat kostet 2 Credits, ein Credit liegt meist bei etwa 7 Cent, also rund 14 Cent pro qualifiziertem Kandidaten, je nach Paket. Das ist kein Ersatz für jede Sitzplatzlizenz, aber es zeigt, dass Zugang und Ergebnis unterschiedlich bepreist werden können.
Wann eine Sitzplatzlizenz die richtige Wahl ist
Eine Sitzplatzlizenz lohnt sich, wenn ein Recruiter dauerhaft und mit hoher Auslastung sucht, das Netzwerk selbst der entscheidende Zugangspunkt ist, und die Suche überwiegend manuell und mit hoher Fachkenntnis geführt wird. Wer die volle Bandbreite an Booleschen Filtern und InMail-Kontingenten regelmäßig ausschöpft, bekommt bei einer festen Lizenz einen planbaren Preis für konstante Nutzung. Auch wer aus rechtlichen oder Compliance-Gründen zwingend im LinkedIn-eigenen Ökosystem bleiben muss, etwa weil InMail-Historie und Talentpools dort bereits über Jahre gewachsen sind, hat mit dem Sitzplatzmodell die einfachere Fortführung.
Weniger gut passt sie, wenn die Auslastung schwankt, wenn mehrere Personen sporadisch suchen sollen, oder wenn der eigentliche Engpass nicht das Finden von Profilen ist, sondern das Erreichen und Qualifizieren danach. Ansätze, die mehrere Quellen statt nur ein Netzwerk durchsuchen und die Kanalwahl vor die Ansprache stellen, wie automatisierte Kandidatensuche über mehrere Quellen, verschieben den Kostentreiber vom Zugang zur Suchmaske auf das tatsächliche Ergebnis. Einen Überblick über die Gesamtkosten unabhängig von der Sitzplatzfrage liefert der Schwesterbeitrag zu den Gesamtkosten von LinkedIn Recruiter, ein Vergleich der Lizenzstufen selbst steht im Beitrag LinkedIn Recruiter gegen Recruiter Lite. Wie sich Sourcing-Tools insgesamt nach Sitzplatz-, Credit- oder anderen Modellen unterscheiden, ordnet der Themen-Hub zu KI-gestützter Kandidatensuche ein.
Häufige Fragen
Ist der Sitzplatzpreis von Recruiter Lite und Corporate identisch?
Nein. Recruiter Lite hat einen recherchierten Richtwert von rund 1.680 US-Dollar pro Jahr (Stand 08/2026), Corporate hat keinen Listenpreis und wird verhandelt, mit berichteten Verlängerungspreisen von etwa 835 bis 1.080 US-Dollar pro Lizenz und Monat.
Kann ein Team sich einen Sitzplatz teilen?
Nein, jeder Sitzplatz ist an einen einzelnen Login gebunden. Ein geteilter Zugang mehrerer Personen verstößt gegen die Nutzungsbedingungen und ist technisch nicht für mehrere gleichzeitige Sessions ausgelegt.
Was passiert mit dem Sitzplatz, wenn ein Recruiter kündigt?
Der Platz bleibt bestehen und kostet weiter, bis er aktiv abbestellt oder neu besetzt wird. Eine automatische Anpassung an die tatsächliche Teamgröße findet nicht statt.
Lohnt sich ein zusätzlicher Sitzplatz mitten im Vertragsjahr?
Preislich meist nicht optimal: Neue Plätze werden häufig anteilig zum ungünstigeren Zwischenpreis abgerechnet statt zum regulären Verlängerungstermin. Wer Wachstum absehen kann, verhandelt zusätzliche Plätze idealerweise beim nächsten Verlängerungstermin mit.
Gibt es Alternativen zur reinen Sitzplatzlizenz?
Ja, verbrauchsbasierte Modelle rechnen pro Ergebnis statt pro Zugang ab, wie im Abschnitt oben beschrieben. Für ein Team mit schwankender Auslastung kann das die Fixkosten pro Sitzplatz vermeiden.
Warum veröffentlicht LinkedIn den Corporate-Preis nicht?
Weil er Verhandlungssache ist und von Laufzeit, Kontingent und Teamgröße abhängt. Öffentlich zugängliche Preisangaben stammen deshalb aus Drittanbieter-Recherchen und berichteten Verlängerungen, nicht von LinkedIn selbst.
