Eine LinkedIn-Stellenanzeige hat keinen Festpreis. Sie wählen zwischen einer kostenlosen Basis-Anzeige mit eingeschränkter Sichtbarkeit und einer bezahlten Anzeige ("Promoted Job"), bei der Sie ein Tagesbudget festlegen und für die Klicks zahlen, die die Anzeige bekommt. Was am Ende auf der Rechnung steht, ergibt sich aus einer Auktion zwischen allen Arbeitgebern, die dieselbe Zielgruppe erreichen wollen - nicht aus einer Preisliste.
Genau das macht die Frage "was kostet das" schwer mit einer Zahl zu beantworten. LinkedIn selbst veröffentlicht keine festen Beträge für bezahlte Anzeigen (Quelle: LinkedIn Help, Stand 04.09.2026), und Drittanbieter, die konkrete Cent-Beträge pro Klick nennen, zitieren dabei meist einander statt eine Primärquelle. Was sich dagegen sauber beschreiben lässt: das Modell dahinter, die drei Varianten im Vergleich, und eine Rechnung mit selbst gewählten Annahmen, die Sie auf Ihre Rolle übertragen können.
Wie das Auktionsmodell funktioniert
Bei einer bezahlten LinkedIn-Anzeige legen Sie zwei Werte fest: ein Tagesbudget und optional ein Gesamtbudget für die Laufzeit. LinkedIn zeigt Ihre Anzeige so oft aus, wie es das Tagesbudget hergibt, und stoppt den zusätzlichen Schub für den Rest des Tages, sobald das Budget aufgebraucht ist - die Anzeige bleibt trotzdem auffindbar, nur ohne die zusätzliche Ausspielung. Nicht verbrauchtes Budget eines Tages wird laut LinkedIns eigener Abrechnungs-FAQ in den nächsten Tag übernommen (Quelle: LinkedIn Help, Stand 04.09.2026).
Abgerechnet wird pro Klick, nicht pro Einblendung. Der Preis je Klick ist nicht vorab festgelegt, sondern schwankt täglich mit Angebot und Nachfrage im jeweiligen Markt - LinkedIn nennt das ausdrücklich so und weist darauf hin, dass sich der tatsächliche Klickpreis erst nach Veröffentlichung der Anzeige anhand der echten Aktivität ergibt (Quelle: LinkedIn Help, Stand 04.09.2026). Das erklärt auch, warum zwei Firmen für eine ähnliche Anzeige unterschiedlich viel zahlen: Wer in einem engen Talentmarkt sucht, in dem viele Wettbewerber auf dieselben Kandidat:innen bieten, zahlt pro Klick mehr als bei einer Rolle mit wenig Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Auch Region und Berufsfeld wirken sich aus, weil sie die Zahl der Mitbieter in der Auktion verändern.
Abgerechnet wird laut LinkedIns Abrechnungs-FAQ alle 30 Tage ab dem ersten Anzeigentag, sofort sobald das Konto einen Betrag von 500 US-Dollar erreicht, oder wenn alle Anzeigen geschlossen werden - je nachdem, was zuerst eintritt (Quelle: LinkedIn Help, Stand 04.09.2026). Eine Anzeige mit Gesamtbudget schließt automatisch, sobald dieses aufgebraucht ist, spätestens aber nach sechs Monaten, auch wenn noch Budget übrig wäre.
Kostenlose Anzeige, bezahlte Anzeige oder Job Slot
Drei Varianten stehen zur Wahl, und sie unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch darin, wofür sie gedacht sind.
| Variante | Was enthalten ist | Wofür es sich lohnt |
|---|---|---|
| Kostenlose Anzeige | Eine offene Stelle gleichzeitig, aktiv für bis zu 14 Tage, danach pausiert. Sichtbarkeit sinkt mit der Zeit gegenüber neueren Anzeigen (Quelle: LinkedIn Help, Stand 04.09.2026). | Einzelne, unkritische Rolle ohne Zeitdruck, oder als Test, ob überhaupt genug passende Bewerbungen kommen. |
| Bezahlte Anzeige (Promoted Job) | Platzierung oben in den Suchergebnissen mit "Promoted"-Kennzeichnung, Benachrichtigung an passende Kandidat:innen, Laufzeit bis zu sechs Monate oder bis Sie schließen, unbegrenzte Bewerbungen. Nach LinkedIns eigener Angabe im Schnitt rund dreimal mehr qualifizierte Bewerbungen als eine kostenlose Anzeige (Quelle: LinkedIn Help, Stand 04.09.2026). | Rollen mit Zeitdruck oder Wettbewerb um Sichtbarkeit, bei denen Sie den Betrag über das Tagesbudget kontrollieren wollen. |
| Job Slots (im Recruiter-Vertrag) | Ein Kontingent, das sich alle Lizenzen eines Recruiter-Corporate-Vertrags teilen, abgerechnet als Teil des Vertrags statt pro Klick. LinkedIn stellt diese Slots aktuell schrittweise auf ein budgetbasiertes "Job Posts"-Modell um - zum jeweiligen Vertragsverlängerungstermin fällt die klassische Slot-Zuteilung weg (Quelle: LinkedIn Recruiter Help, Stand 04.09.2026). | Firmen, die dauerhaft mehrere Rollen gleichzeitig offen halten und bereits einen Recruiter-Vertrag laufen haben. |
Rechenbeispiel: was eine Besetzung über die Anzeige wirklich kostet
Für den Klickpreis und die Bewerbungsquote gibt es keine von LinkedIn selbst veröffentlichte Zahl, und die Cent-Beträge, die in vielen Ratgebern kursieren, lassen sich nicht auf eine Primärquelle zurückführen - deshalb tauchen sie hier bewusst nicht als Fakt auf. Stattdessen eine Rechnung mit selbst gewählten, klar benannten Annahmen, die Sie mit Ihren eigenen Erfahrungswerten aus einer echten Kampagne ersetzen können.
Angenommen, Sie setzen ein Tagesbudget von 30 Euro über 20 Tage an, also 600 Euro Gesamtbudget. Angenommen, der Klickpreis liegt in Ihrem Markt bei durchschnittlich 3 Euro - das ergibt rund 200 Klicks über die Laufzeit. Angenommen, jeder zwölfte Klick führt zu einer Bewerbung, Streuverlust durch reine Neugier-Klicks eingerechnet, sind das rund 17 Bewerbungen. Angenommen, ein Viertel davon ist für die Rolle tatsächlich qualifiziert - also 4 bis 5 Bewerbungen, aus denen Sie eine Auswahl treffen können.
Mit diesen Annahmen kostet die Anzeige selbst rund 600 Euro für die Zielgruppe, die eine Besetzung liefert - zusätzlich zur eigenen Zeit für Sichten, Vorauswahl und Interviews, die in keiner der drei Varianten enthalten ist. Ändert sich eine einzige Annahme, ändert sich das Ergebnis deutlich: Verdoppelt sich der Klickpreis auf 6 Euro, halbieren sich bei gleichem Budget die Klicks und damit die Bewerbungen - die effektiven Kosten pro Besetzung verdoppeln sich ebenfalls. Das ist der Kern des Auktionsmodells: Es gibt keinen Betrag, der über Rollen und Regionen hinweg stabil bliebe, und jeder veröffentlichte Durchschnittswert beschreibt deshalb einen fremden Markt, nicht zwingend Ihren.
Warum eine Anzeige bei Engpassrollen nicht reicht
Eine Anzeige - kostenlos oder bezahlt - erreicht nur Menschen, die aktiv auf LinkedIn nach einer Stelle suchen oder danach gefiltert werden. Bei Engpassrollen ist genau das der begrenzende Faktor: Die meisten passenden Kandidat:innen suchen gerade nicht, sehen die Anzeige also gar nicht, wie gut Formulierung, Bild oder Budget auch sein mögen. Für eine Position, die auf einen kleinen, umkämpften Kandidat:innen-Kreis zielt, ist eine Anzeige strukturell benachteiligt gegenüber der direkten Ansprache derselben Personen.
Das ist der Punkt, an dem aktive Ansprache anfängt zu tragen - eine Suche über mehrere Kanäle statt nur über LinkedIn, bei der zuerst geklärt wird, über welchen Kanal die jeweilige Person überhaupt realistisch erreichbar ist, statt sich auf ein einzelnes Netzwerk zu verlassen. Anforderungsprofile lassen sich dabei im Chat schärfen statt in Boolean-Syntax zu übersetzen, und die Ansprache samt Follow-ups und ersten Rückfragen läuft bis zur fertigen Terminbuchung automatisiert. Werkzeuge wie Sprad/Atlas rechnen dabei pro Credit statt pro Klick: Ein qualifizierter Kandidat kostet 2 Credits, ein Credit liegt meist bei etwa 7 Cent - also rund 14 Cent pro qualifiziertem Kandidaten, je nach Paket. Wer wissen will, wie sich das zu anderen Preismodellen für Sourcing-Software verhält, findet dort den Vergleich zwischen Sitzplätzen, Credits und Pauschalen.
Wann die Anzeige die günstigere Wahl bleibt
Ehrlich betrachtet ist die Anzeige nicht in jedem Fall die teurere oder schwächere Option. Bei Volumenrollen mit natürlich hoher Bewerberzahl - etwa im Einzelhandel, in der Logistik oder bei Einstiegspositionen - kommen aktiv suchende Kandidat:innen von selbst, und genau dafür ist das Format gebaut: hohe Reichweite, kein zusätzlicher Aufwand für die Ansprache einzelner Personen, und ein Budget, das sich über den Tagesdeckel exakt steuern lässt. Wenn eine Rolle ohnehin mehr Bewerbungen bekommt, als ein Team sichten kann, ist zusätzliche aktive Ansprache eher zusätzlicher Aufwand als zusätzlicher Nutzen.
Der Wendepunkt liegt dort, wo die Zielgruppe klein und passiv ist: Je enger das Profil und je seltener jemand aktiv sucht, desto mehr verschiebt sich das Verhältnis zugunsten direkter Ansprache. Ein Blick in den Vergleich von KI-Recruiting-Tools hilft dabei einzuordnen, welches Werkzeug für welchen Teil des Trichters gedacht ist.
Häufige Fragen
Ist eine LinkedIn-Stellenanzeige wirklich kostenlos?
Ja, die Basis-Variante ist kostenlos, aber eingeschränkt: nur eine offene Stelle gleichzeitig, aktiv für bis zu 14 Tage, danach pausiert, und mit sinkender Sichtbarkeit gegenüber neueren Anzeigen (Quelle: LinkedIn Help, Stand 04.09.2026).
Wie viel Tagesbudget sollte ich für eine bezahlte Anzeige einplanen?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil der Klickpreis je nach Rolle, Region und Wettbewerb um dieselbe Zielgruppe schwankt. Sinnvoller als eine feste Zahl ist ein kleines Testbudget über wenige Tage, aus dem Sie den tatsächlichen Klickpreis für Ihre konkrete Rolle ablesen und dann hochrechnen.
Was passiert, wenn mein Budget aufgebraucht ist?
Bei einem Tagesbudget stoppt die zusätzliche Ausspielung für den Rest des Tages und läuft am nächsten Tag weiter. Bei einem Gesamtbudget schließt die Anzeige, sobald der Betrag erreicht ist - sie bleibt aber bis dahin durchgängig auffindbar, auch ohne aktive Bewerbung (Quelle: LinkedIn Help, Stand 04.09.2026).
Was sind LinkedIn Job Slots, und lohnen sie sich noch?
Job Slots sind ein Kontingent gleichzeitig offener Stellen, das an einen Recruiter-Corporate-Vertrag gekoppelt ist. LinkedIn baut dieses Modell aktuell zugunsten eines budgetbasierten "Job Posts"-Systems um - zum jeweiligen Vertragsverlängerungstermin fällt die klassische Slot-Zuteilung weg (Quelle: LinkedIn Recruiter Help, Stand 04.09.2026). Ob sich das noch lohnt, hängt davon ab, ob ohnehin ein Recruiter-Vertrag besteht und wie viele Rollen dauerhaft parallel offen sind.
Warum zahlen zwei Firmen für eine ähnliche Anzeige unterschiedlich viel pro Klick?
Weil der Preis in einer Auktion entsteht, nicht auf einer Preisliste steht. Wie viele andere Arbeitgeber um dieselbe Zielgruppe bieten, verändert sich täglich - je mehr Wettbewerb um Sichtbarkeit bei denselben Kandidat:innen, desto höher der Klickpreis (Quelle: LinkedIn Help, Stand 04.09.2026).
Ist eine bezahlte LinkedIn-Anzeige besser als aktive Ansprache?
Das hängt von der Rolle ab. Bei Volumenrollen mit vielen aktiv Suchenden liefert die Anzeige oft die günstigere Reichweite. Bei Engpassrollen mit wenigen, meist passiven Kandidat:innen sieht ein großer Teil der Zielgruppe die Anzeige gar nicht - dort trägt direkte Ansprache mehr zum Ergebnis bei.
