Gemietete Reichweite wird jedes Jahr teurer, weil wenige große Anbieter den Markt unter sich aufteilen und ihre Umsätze über den Preis steigern statt über mehr Anzeigen. Indeed erhöhte in den USA im Geschäftsjahr bis März 2026 den Umsatz je bezahlter Anzeige um 17 %, obwohl die Nachfrage nach Personal stagnierte. Wer Reichweite nur mietet, zahlt den Aufschlag und besitzt danach nichts. Stand: Oktober 2026.
Was „gemietete Reichweite“ heißt
Eine Stellenanzeige auf einem Portal oder in sozialen Netzwerken kauft Aufmerksamkeit für einen begrenzten Zeitraum. Endet die Anzeige oder die Kampagne, endet auch die Reichweite. Die Bewerber, die diesmal nicht gepasst haben, sind für Sie in der Regel verloren, und bei manchen Anbietern gehört der Kandidatenpool ohnehin dem Anbieter und nicht Ihnen.
Das ist wie eine Wohnung zur Miete: Sie nutzen sie, solange Sie zahlen, und die Miete bestimmt der Vermieter. Das Problem ist nicht die Miete an sich, sondern dass sie fast nur in eine Richtung läuft.
Die Belege: Was Reichweite 2026 kostet

| Anbieter | Was sich geändert hat | Stand |
|---|---|---|
| Indeed (Recruit Holdings) | Umsatz je bezahlter Anzeige in den USA +17 %, Umsatz +8,8 % auf 5,31 Mrd. US-Dollar | Geschäftsjahr bis März 2026 |
| Indeed Deutschland | Mindestpreis von 15 € je Stellen-ID und Kalendermonat (laut personalturm.de) | seit 01.07.2025 |
| StepStone | Preislisten um 3 bis 10 % angehoben, Premium-Einzelanzeige 1.449 bis 5.499 € (laut Branchenbericht) | 25.03.2026 |
| Recruiter Corporate rund 15 % teurer bei Verlängerungen 2026 (laut Branchenbeobachtern) | 2026 | |
| Meta | Durchschnittspreis je Anzeige +12 % zum Vorjahr, zwei Quartale in Folge | Q1 und Q2 2026 |
Ehrlich gesagt: Auch Meta ist gemietete Reichweite, und auch dort steigen die Preise. Die Zahlen sind unterschiedliche Messgrößen und lassen sich nicht addieren. Die Richtung ist aber eindeutig.
Warum es strukturell weiter steigt
Recruit Holdings sagt im Ergebnisbericht selbst, dass der Zuwachs beim Umsatz je Anzeige schneller war als der Rückgang bei der Zahl bezahlter Anzeigen. Anders gesagt: Es gibt weniger Anzeigen, aber jede kostet mehr. Das ist die Logik eines Marktes, in dem Anbieter Preismacht haben.
- Knappheit des Zugangs: Wer die Bewerber erreicht, bestimmt den Preis. Große Portale bündeln die Suchenden.
- Weniger Anbieter: Je weniger Alternativen, desto leichter lassen sich Preise anheben. Die nächste Tabelle zeigt, wie stark sich der Markt zuletzt gebündelt hat.
- Wechselkosten: Anzeigen, Konten, Auswertungen und Kandidaten liegen beim Anbieter. Der Wechsel kostet Zeit.
Die Konsolidierung in Beispielen
| Übernahme | Wann | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Workday übernimmt Paradox | angekündigt August 2025, abgeschlossen Oktober 2025 | Gesprächs-KI für Hochvolumen-Recruiting; rund 1 Mrd. US-Dollar in bar |
| Adzuna übernimmt Seiza | November 2024 | Social-Recruiting-Plattform mit über 400 Kunden; Seiza tritt unter Adzuna auf |
| StepStone übernimmt Appcast | 2019 | 85 % für 70 Mio. €, begriffsprägend für Programmatic Job Advertising |
| Glassdoor geht in Indeed auf | Kauf 2018, rechtliche Verschmelzung 1. Juli 2026 | Eine Marke weniger, ein Eigentümer: Recruit Holdings |
Das ist keine Verschwörung, sondern normale Marktlogik. Für Arbeitgeber heißt es: Der Anbieter, bei dem Sie heute eine Alternative sehen, gehört morgen oft demselben Konzern.
Was das für Ihr Budget bedeutet: eine Modellrechnung
Angenommen, Sie zahlen heute 1.000 € für eine Anzeigenkampagne, und der Preis steigt jedes Jahr um 17 %, wie bei Indeed in den USA. Dann sind es nach einem Jahr 1.170 €, nach zwei Jahren etwa 1.369 € und nach drei Jahren etwa 1.602 €. Das ist eine Rechenhilfe, keine Prognose: Kein Anbieter hat zugesagt, dass es so weitergeht.
Wichtiger ist die Frage, was Sie für das Geld behalten. Bei reiner Miete nichts. Wenn jede Bewerbung geprüft und mit Einwilligung in einem eigenen Pool gespeichert wird, kann die nächste Stelle zuerst aus diesem Pool besetzt werden, bevor Sie neue Reichweite kaufen. Wie das geht, steht im Beitrag zum Talent Pool.
Was ein eigener Pool nicht ersetzt
Ein eigener Pool macht Sie unabhängiger, er macht Sie nicht unabhängig von jeder Reichweite. Für die erste Stelle in einer neuen Region ist der Pool leer, und auch ein gut gepflegter Pool altert: Menschen wechseln den Job, die Telefonnummer oder die Stadt. Reichweite müssen Sie also weiter einkaufen, nur gezielter und mit dem Ziel, dass jede Anzeige einen Bestand aufbaut.
Realistisch ist deshalb ein Mix: Portale für schnelle Spitzen, Social-Anzeigen für Berufe, in denen die Zielgruppe nicht aktiv sucht, und der eigene Pool als Basis, die mit jeder Stelle wächst. Welcher Anteil wohin gehört, hängt von Beruf, Region und Dringlichkeit ab. Eine feste Quote gibt es nicht, und Zahlen zu Kosten je Bewerbung sollten Sie immer mit Quelle und Stand lesen.
Fünf Schritte, um weniger abhängig zu werden
- Pool aufbauen: Jede Bewerbung mit Einwilligung speichern, mit Beruf, Region und Verfügbarkeit markieren.
- Kanäle mischen: Nicht alles bei einem Anbieter buchen. Mindestens ein Kanal, bei dem Sie die Kontakte behalten.
- Vorqualifizieren: Muss-Fragen per WhatsApp, Telefon oder Web, damit die teure Reichweite nicht in einem unsortierten Postfach endet. Details: Kandidaten per WhatsApp kontaktieren.
- Verträge prüfen: Gehört der Pool Ihnen, gibt es Preisanpassungsklauseln, wie lang ist die Mindestlaufzeit, und kommen Sie an Ihre Daten?
- Kosten je Besetzung messen: Nicht den Preis je Anzeige vergleichen, sondern was eine passende Einstellung am Ende kostet. Mehr zu Kosten: StepStone-Kosten und Preise.
Worauf Sie im Vertrag achten sollten
| Frage | Warum sie zählt |
|---|---|
| Wem gehören Bewerber und Kontakte? | Entscheidet, ob Sie nach der Kampagne etwas behalten |
| Kann der Preis während der Laufzeit steigen? | Schützt vor Aufschlägen mitten im Jahr |
| Gibt es eine Mindestlaufzeit oder ein Mindestbudget? | Bestimmt, wie leicht Sie wechseln können |
| Bekomme ich meine Daten beim Ausstieg? | Ohne Export fängt der Pool wieder bei null an |
Häufige Fragen
Warum werden Jobbörsen jedes Jahr teurer?
Weil wenige große Anbieter viele Suchende bündeln und Umsatz über höhere Preise statt über mehr Anzeigen steigern. Bei Indeed in den USA stieg der Umsatz je bezahlter Anzeige um 17 %, obwohl die Zahl der Anzeigen nicht wuchs.
Ist Social Recruiting auch gemietete Reichweite?
Ja, die Reichweite auf Instagram und Facebook ist ebenfalls gemietet, und Meta wurde 2026 je Anzeige um rund 12 % teurer. Der Unterschied liegt darin, was bei Ihnen bleibt: Wenn Bewerber in Ihren eigenen Pool kommen, arbeitet die bezahlte Reichweite weiter.
Wird sich das ändern?
Niemand kann das zusagen. Plausibel ist, dass der Druck anhält, solange der Markt von wenigen Anbietern geprägt ist. Der sichere Weg ist, sich unabhängiger zu machen.
Sprad Social Recruiting: eigener Pool statt gemieteter Reichweite
Sprad Social Recruiting schaltet Anzeigen auf Instagram und Facebook, ein KI-Talent-Agent qualifiziert jede Bewerbung per WhatsApp, Telefon oder Web vor, und alle Bewerber landen in Ihrem eigenen Talent Pool. Abgerechnet wird das Werbebudget plus 10 %, ab 1.000 €, verteilbar auf mehrere Stellen. So zahlt jede Anzeige auf einen Bestand ein, der bei Ihnen bleibt. Mehr unter Sprad Social Recruiting und zum Talent Pool.

