Kosten pro Mandat statt pro Lizenz: so rechnen Personalberatungen ihre Toolkosten

November 8, 2026
Von Jürgen Ulbrich

Personalberatungen sollten Toolkosten je Mandat rechnen, nicht je Lizenz: Seat- oder Credit-Kosten eines Mandats plus die Kontaktdaten und Vorqualifizierung, die es verbraucht, gegen das Honorar, das es einbringt. In unserem Rechenbeispiel kostet ein Mandat rund 58 € in Credits; ein Recruiter-Lite-Seat (79 € im Monat) wird günstiger, sobald ein Recruiter etwa vier solcher Mandate im Monat führt. Die Preise stammen von der Sprad-Preisseite, Stand 29. Oktober 2026; das Mandatsprofil ist eine Annahme, keine Messung.

Warum passt Lizenzpreis schlecht zu Mandatsarbeit?

Ein Seat wird jeden Monat bezahlt, ob der Recruiter drei Mandate führt oder keines. Ein Mandat dagegen hat Anfang, Budget und Honorar. In unseren Gesprächen mit kleinen Beratungen passen Seat-Preise genau deshalb schlecht: Beratungen denken in Mandaten, und ihre Auslastung schwankt von Monat zu Monat. Credit-Preise folgen der Arbeit, lassen sich aber schwer planen, solange man nicht weiß, was ein Mandat verbraucht.

Was verbraucht ein Mandat? Ein Rechenbeispiel

Das Profil unten ist eine Annahme für ein Fachkräfte-Mandat. Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein; die Logik bleibt gleich. Die Credit-Preise gelten zum Sprad-Listenpreis von 0,10 € je Credit; mit einem Plan sinkt er auf 0,07 bis 0,09 €.

SchrittAnnahmeCredits
Websuche, Budget Normal2 Läufe zu 100 Credits (je bis zu 50 qualifizierte Profile, 2 Credits je angezeigtem Profil)200
E-Mail-Adressen40 Profile zu 1 Credit, bezahlt nur bei Fund40
Telefonnummern10 Profile zu 10 Credits, bezahlt nur bei Fund100
Voice-Vorqualifizierung8 Kandidaten zu 30 Credits240
Summe je Mandat580 Credits, rund 58 €

Gegen ein Vermittlungshonorar ist das klein. Bei der üblichen Spanne von 20 bis 33 Prozent des Jahresgehalts bringt ein Mandat für eine Stelle mit 70.000 € zwischen 14.000 und 23.100 €. Die Toolkosten von 58 € liegen deutlich unter einem Prozent des unteren Werts. Entscheidend ist deshalb nicht die Höhe, sondern ob die Kosten planbar sind.

Seat oder Credits: wo liegt der Umschlagpunkt?

Recruiter Lite kostet 79 € je Seat und Monat und enthält Suchen in den Stufen Schnell und Normal; tiefe Suche, Firmensuche und Kontaktdaten laufen weiter über Credits. Im Beispiel verbrauchen Kontaktdaten und Voice-Vorqualifizierung 380 Credits (38 €) je Mandat, ein Lite-Seat kostet also 79 € geteilt durch die Zahl der Mandate, plus 38 €.

Mandate je Recruiter und MonatNur CreditsRecruiter-Lite-Seat plus Credits
158 €117 €
258 €78 €
458 €58 €
658 €51 €

Faustregel unter diesen Annahmen: Unter vier Mandaten je Recruiter und Monat zahlen Sie besser über Credits, ab vier ist ein Lite-Seat günstiger. Atlas Recruiter (299 € je Seat und Monat, unbegrenzte Suche im Rahmen von Fair Use, mehrere Auftraggeber in einem Konto) rechnet sich nach dieser Arithmetik erst bei etwa 15 Mandaten im Monat. Er passt also zu Recruitern, die täglich suchen oder oft tief suchen, nicht zum gelegentlichen Mandat. Wer viele tiefe Suchen fährt, verbraucht mehr Credits je Mandat als im Beispiel, und der Umschlagpunkt rutscht nach unten.

Eine Grenze des Lite-Seats: Er enthält 500 Profile im Monat. Bei bis zu 100 angezeigten Profilen je Mandat (zwei Läufe zu höchstens 50) reicht das für etwa fünf Mandate im Monat, die Zeile mit sechs Mandaten braucht also ein paar Zusatz-Credits.

Was gehört noch in die Kosten je Mandat?

  • Die parallele Lizenz. In unseren Gesprächen mit Beratungen wird eine LinkedIn-Recruiter-Lizenz selten sofort ersetzt, sie läuft zuerst parallel. Rechnen Sie sie bis zum Auslaufen mit ein. LinkedIn Recruiter Lite liegt bei etwa 140 $ je Nutzer und Monat (eigene Preisrecherche, September 2026).
  • Add-ons. Fragen Sie, ob KI-Suche, Kontaktdaten und Gesprächsnotizen im Seat-Preis stecken oder extra kosten.
  • Leere Monate. Ein Seat kostet im Monat ohne Mandat genauso viel. Credits nicht.
  • Was Sprad nicht abdeckt. Es gibt keinen Notetaker für Calls und kein Placement- oder Honorar-Reporting, und das Kunden-CRM für Agenturen ist in Beta. Diese Kosten bleiben bei Ihren anderen Werkzeugen.

Gibt es einen Preis je Ergebnis statt je Werkzeug?

Ja. Für Beratungen, die das Tool nicht selbst bedienen wollen, bietet Sprad Sourcing als Service ab 300 € je Rolle und Monat plus 6 bis 8 Prozent Erfolgshonorar, fällig nur bei einer Einstellung, ohne Mindestlaufzeit. Damit verschiebt sich die Rechnung von den Toolkosten zu den Kosten je Einstellung.

Fünf Fragen an jeden Anbieter

  1. Was verbraucht ein typisches Mandat, in Credits oder in Seat-Zeit?
  2. Welche Schritte stecken im Seat-Preis, welche kommen obendrauf?
  3. Was passiert mit meinen Daten und meinem Talentpool, wenn ich kündige? Bei Sprad bleibt das Talent-Netzwerk kostenlos.
  4. Können mehrere Recruiter ein gemeinsames Credit-Guthaben nutzen?
  5. Was kostet ein Monat ohne Mandate?

Häufige Fragen

Was kostet ein Recruiting-Tool je Mandat?

Das hängt vom Mandatsprofil ab. In unserem Beispiel mit zwei Suchen, 40 E-Mail-Adressen, 10 Telefonnummern und 8 Voice-Interviews sind es rund 58 € in Credits zum Listenpreis.

Sind Credits für kleine Beratungen günstiger als Seats?

Unter etwa vier Mandaten je Recruiter und Monat ja, unter den genannten Annahmen. Darüber ist ein Seat günstiger.

Reicht der kostenlose Plan für ein erstes Mandat?

Das kostenlose Konto enthält 100 Credits im Monat (200 im ersten Monat), genug für einen Suchlauf und einige Kontaktdaten. ATS, CRM und Talent-Netzwerk sind für das ganze Team kostenlos.

Ist das Beispiel ein gemessener Durchschnitt?

Nein, es ist eine offen gelegte Annahme. Rechnen Sie Ihre letzten drei Mandate durch die Tabelle, dann haben Sie Ihre eigene Zahl.

Wie ein Mandat von der Suche bis zur Shortlist läuft, zeigt Sprad für Personalberatungen, die Pläne stehen auf der Preisseite, den Talentpool, der bei Ihnen bleibt, beschreibt das Talent-Netzwerk, und die drei Preismodelle für Recruiting-CRM vergleicht ein eigener Beitrag.

Jürgen Ulbrich

CEO & Co-Founder of Sprad

Jürgen Ulbrich verfügt über mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in der Entwicklung und Führung leistungsstarker Teams und Unternehmen. Als Experte für Mitarbeiterempfehlungsprogramme sowie Feedback- und Performance-Prozesse hat Jürgen über 100 Organisationen dabei unterstützt, ihre Talent Acquisition und Devlopment Strategie zu optimieren.

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