Was ist Workwise?
Workwise ist ein deutscher Recruiting-Anbieter, der Stellenvermarktung, Bewerbermanagement und erfolgsbasierte Vermittlung verbindet. Laut Website des Anbieters, Stand Oktober 2026, zahlen Arbeitgeber bei den Vermittlungsmodellen erst bei erfolgreicher Besetzung. Das Unternehmen wurde 2015 von Martin Trenkle und Jannik Keller unter dem Namen Campusjäger als Vermittlungsplattform für Praktikanten und Werkstudierende gegründet und zog später zu Workwise um. Sitz ist Karlsruhe. Laut Berichten der Fachpresse erhielt Workwise in einer Series-A-Runde 12 Millionen Euro von LEA Partners und Armira Growth; zuvor war das Unternehmen nach eigenen Angaben aus eigenen Mitteln gewachsen.
Workwise ist keine reine Social-Recruiting-Agentur. Das Angebot verteilt Stellen über viele Kanäle, darunter Google-Anzeigen, und verknüpft sie mit einem Kandidatenpool und persönlicher Beratung. Wer gezielt Meta-Kampagnen mit Vorqualifizierung sucht, findet dort eher einen Vermittler mit Kanalmix als einen spezialisierten Social-Anbieter.
Für wen ist Workwise gedacht?
Das Angebot richtet sich an Arbeitgeber in Deutschland, die einzelne Positionen besetzen wollen und kein Vorab-Budget für Anzeigen einsetzen möchten. Der erfolgsbasierte Preis senkt das Risiko bei seltenen Besetzungen, wird aber bei hohen Gehältern teuer. Für Massenrekrutierung mit vielen gleichartigen Stellen im Stundenlohn-Bereich ist ein Prozentsatz vom Jahresgehalt in der Regel nicht die günstigste Lösung. Für Werkstudierende und Praktika gibt es Festpreise.
Workwise auf einen Blick
| Merkmal | Angabe (Stand Oktober 2026) |
|---|---|
| Sitz | Karlsruhe |
| Gegründet | 2015 als Campusjäger von Martin Trenkle und Jannik Keller |
| Finanzierung | Series A über 12 Millionen Euro von LEA Partners und Armira Growth (laut Fachpresse); zuvor aus eigenen Mitteln gewachsen |
| Modell | Erfolgsbasierte Vermittlung, Pauschalen für Praktika und Werkstudierende |
| Preise | 14, 18 oder 22 % des Brutto-Zieljahresgehalts bei unbefristeten Stellen |
| Bewertung | 4,8 von 5 Sternen bei 28 Stimmen; mehr als 120 Bewertungen auf OMR Reviews |
| Zielgruppe | Arbeitgeber in Deutschland mit einzelnen Positionen und ohne Vorab-Anzeigenbudget |
Die Eckdaten zeigen: Workwise ist ein Vermittler mit Plattform, kein Werbebudget-Modell. Das Risiko liegt beim Anbieter, solange niemand eingestellt wird. Dafür richtet sich der Preis nach dem Gehalt der besetzten Stelle.
Kernfunktionen
- Veröffentlichung auf workwise.io und, bei Studierenden-Stellen, auf campusjaeger.de.
- Candidate Pool: laut Preisseite Zugriff auf mehr als eine Million Profile und KI-gestützte Vermarktung.
- Multiposting: in den höheren Stufen Vermarktung auf mehr als 350 ausgewählten Kanälen, inklusive Google Ads und individueller Anzeigenoptimierung.
- Active Sourcing und Vorqualifizierung: Teil der Premium-Stufe, durch Fachleute des Anbieters.
- Bewerbermanagement und Karriereseite: laut Website kostenlos nutzbar.
- Persönliche Beratung: ein Recruiting-Berater je Kunde, in der Enterprise-Stufe ein fester Ansprechpartner.
Preise
Laut Preisseite des Anbieters, Stand Oktober 2026, gelten für unbefristete Stellen folgende Sätze, bezogen auf das Brutto-Zieljahresgehalt:
| Stufe | Preis | Wichtigste Leistungen |
|---|---|---|
| Basic | 14 % | Veröffentlichung auf workwise.io, KI-Vermarktung im Candidate Pool, persönlicher Berater |
| Plus | 18 % | zusätzlich 350+ Kanäle, Google Ads, individuelle Optimierung, Kandidatenbetreuung |
| Premium | 22 % plus 3.000 € Setup (6 Monate Laufzeit) | zusätzlich Active Sourcing, Vorqualifizierung, Geld-zurück-Garantie |
| Enterprise | individuell | maßgeschneidert, fester Ansprechpartner |
Praktika kosten laut Anbieter pauschal 500 €, Werkstudierende 800 €, jeweils inklusive Garantie. Bei unbefristeten Stellen gilt eine Rückerstattung: 100 Prozent, wenn das Arbeitsverhältnis im ersten Monat endet, 66 Prozent im zweiten und 33 Prozent im dritten Monat. In Premium ist die Garantie enthalten, bei Basic und Plus kostet sie optional 1.000 €.
Rechenbeispiel: Bei einem Jahresgehalt von 50.000 € kostet die Besetzung in der Basic-Stufe 7.000 €, in Plus 9.000 € und in Premium 11.000 € plus 3.000 € Setup. Das ist ein Rechenbeispiel auf Grundlage der veröffentlichten Sätze, kein Angebot.
Bewertungen
Auf OMR Reviews sind mehr als 120 Bewertungen zu Workwise aufgeführt; eine Bewertungsübersicht nennt einen Schnitt von 4,8 von 5 Sternen bei 28 Stimmen (Stand Oktober 2026). Gelobt werden die einfache Bedienung, das Bewerbermanagement, die Reichweite über mehrere Kanäle und der persönliche Support der Account-Manager. Kritisch äußern sich einzelne Nutzer zur Qualität der Kandidaten, zur Relevanz der Vorschläge und zu gelegentlichen Problemen bei der Anbindung an andere HR-Systeme.
Bewertungsübersicht
| Quelle | Wert | Gelobt | Kritisiert |
|---|---|---|---|
| OMR Reviews | Mehr als 120 Bewertungen | Einfache Bedienung, Bewerbermanagement | Einzelne Stimmen zur Relevanz der Vorschläge |
| Bewertungsübersicht | 4,8 von 5 Sternen bei 28 Stimmen | Reichweite über mehrere Kanäle, persönlicher Support der Account-Manager | Qualität der Kandidaten, gelegentliche Probleme bei der Anbindung an andere HR-Systeme |
Beide Quellen unterscheiden sich in der Stichprobengröße. Der hohe Schnitt basiert auf wenigen Stimmen; die Zahl der Bewertungen auf OMR Reviews ist größer. Lesen Sie deshalb auch die kritischen Einzelbewertungen.
Stärken
- Erfolgsbasierte Bezahlung: Es fallen keine Vermittlungskosten an, wenn niemand eingestellt wird.
- Transparente Preisstaffel mit veröffentlichten Prozentsätzen und Rückerstattungsregel.
- Persönliche Betreuung durch Berater.
- Bewerbermanagement und Karriereseite ohne Zusatzkosten.
Grenzen
- Prozentuale Vergütung wird bei höheren Gehältern teuer.
- Keine eigene Social-Recruiting-Kampagne mit Vorqualifizierungs-Chat im Kern des Angebots.
- Ein eigener, dauerhaft nutzbarer Talentpool entsteht nur eingeschränkt, da Bewerber überwiegend über die Plattform des Anbieters kommen.
- Einzelne Nutzer berichten von schwankender Kandidatenqualität.
Was eine Besetzung kostet: Rechenbeispiele
Aus den veröffentlichten Sätzen lassen sich die Kosten für unterschiedliche Gehälter und Stufen ableiten. Die Werte sind eine Rechnung auf Grundlage der Preisseite, kein Angebot; Premium kommt jeweils zuzüglich 3.000 € Setup.
| Brutto-Zieljahresgehalt | Basic (14 %) | Plus (18 %) | Premium (22 %) |
|---|---|---|---|
| 35.000 € | 4.900 € | 6.300 € | 7.700 € plus 3.000 € |
| 50.000 € | 7.000 € | 9.000 € | 11.000 € plus 3.000 € |
| 70.000 € | 9.800 € | 12.600 € | 15.400 € plus 3.000 € |
Die Tabelle macht den Effekt des Prozentmodells sichtbar: Je höher das Gehalt, desto höher die Vermittlungskosten, auch wenn der Aufwand für den Anbieter nicht im gleichen Maß steigt.
Wer sollte welche Stufe prüfen?
| Situation | Naheliegende Stufe | Begründung |
|---|---|---|
| Einzelne Fachstelle, Sie wollen selbst auswählen | Basic | Veröffentlichung und Pool, persönlicher Berater, niedrigster Prozentsatz |
| Mehr Reichweite über Google und Multiposting gewünscht | Plus | 350+ Kanäle, Google Ads, individuelle Optimierung |
| Schwer zu besetzende Stelle, wenig Zeit im Team | Premium | Active Sourcing, Vorqualifizierung und Garantie enthalten |
| Mehrere Standorte, laufender Bedarf | Enterprise | Individuelles Angebot, fester Ansprechpartner |
| Praktikum oder Werkstudierende | Festpreis | 500 € beziehungsweise 800 € inklusive Garantie |
Das ist eine Orientierung auf Basis der Leistungsbeschreibung, keine Empfehlung für einen konkreten Fall. Entscheidend bleibt, wie schwer die Stelle am Markt zu besetzen ist.
Wie sich Workwise gegen ein Anzeigenbudget rechnet
Der Kern der Entscheidung ist ein Vergleich zweier Kostenlogiken. Beim erfolgsbasierten Modell zahlen Sie nur, wenn jemand eingestellt wird, dafür ist der Preis an das Gehalt gekoppelt. Bei einem Modell mit festem Anzeigenbudget zahlen Sie unabhängig vom Ergebnis, die Kosten je Besetzung hängen dann von der Trefferquote ab. Die folgende Übersicht stellt beide Logiken gegenüber:
| Kriterium | Erfolgsbasiert (Workwise) | Festes Anzeigenbudget |
|---|---|---|
| Wann fallen Kosten an? | Laut Anbieter bei erfolgreicher Besetzung; bei Premium zusätzlich 3.000 € Setup | Sobald die Kampagne läuft, unabhängig vom Ergebnis |
| Höhe der Kosten | Prozentsatz vom Brutto-Zieljahresgehalt (14, 18 oder 22 %) | Gewähltes Budget, unabhängig vom Gehalt |
| Risiko bei schwer zu besetzender Stelle | Liegt beim Anbieter, solange niemand eingestellt wird | Liegt beim Arbeitgeber |
| Kosten bei hohem Gehalt | Steigen mit dem Gehalt | Bleiben gleich |
| Planbarkeit | Gut bei bekannten Gehältern, offen bei der Zahl der Besetzungen | Gut für das Budget, offen bei der Zahl der Besetzungen |
| Rückerstattung | Gestaffelt 100, 66 und 33 Prozent im ersten bis dritten Monat | Je nach Anbieter, meist nicht vorgesehen |
Welche Logik günstiger ist, hängt von der Stelle ab. Für eine seltene Fachposition mit mittlerem Gehalt kann der Prozentsatz günstiger sein als ein Kampagnenbudget ohne Besetzung. Für viele gleichartige Stellen im Stundenlohn-Bereich fällt der Vergleich oft zugunsten des festen Budgets aus. Rechnen Sie deshalb beide Varianten mit Ihren eigenen Zahlen durch, bevor Sie sich festlegen.
Bewerbermanagement im Alltag: Was HR-Teams prüfen sollten
Workwise enthält laut Anbieter ein kostenloses Bewerbermanagement. Ob es genügt, hängt davon ab, welche Recruiting-Prozesse im Alltag laufen. Welche Probleme klassische Recruitment Platforms für HR-Teams lösen sollen, zeigt die folgende Übersicht; sie ist ein Prüfraster, keine Aussage über Funktionen von Workwise.
| Bereich | Frage an den Anbieter | Hintergrund |
|---|---|---|
| Recruiting-Aufgaben | Welche wiederkehrenden Recruiting-Aufgaben werden automatisiert, welche bleiben manuell? | Entscheidet über den Zeitaufwand im Team |
| Interview Scheduling | Lassen sich Gespräche direkt aus dem System terminieren? | Spart Abstimmungsrunden mit Kandidaten und Fachbereich |
| Employer Branding | Wie lässt sich die Karriereseite gestalten und im eigenen Auftritt einbinden? | Wirkt auf die Qualität der Bewerbungen |
| Recruitment Marketing | Welche Kanäle sind im Preis enthalten, welche kosten extra? | Relevant beim Vergleich der Stufen |
| HR-Controlling | Welche Kennzahlen zu Kosten und Dauer je Besetzung lassen sich exportieren? | Grundlage für den Vergleich mit anderen Wegen |
| Schnittstellen | Gibt es eine Anbindung an das vorhandene HR-System? | Einzelne Nutzer berichten von gelegentlichen Problemen |
Wer bisher unstrukturierte Bewerbungsabläufe mit E-Mail-Postfächern und Tabellen hat, gewinnt durch ein zentrales Bewerbermanagement meist bereits Übersicht. Wer dagegen ein ausgebautes ATS nutzt, sollte vor allem die Schnittstellen und den Datenexport klären.
Alternativen
Für erfolgsbasierte oder Pauschalmodelle im deutschsprachigen Raum kommen unter anderem HeyJobs, Jobtastic und Candidates Attraction in Frage. Social-Recruiting-Agenturen mit Meta-Kampagnen sind etwa Social Natives, Wonderkind und Seiza. Für Software statt Dienstleistung gibt es Bewerbermanagementsysteme wie Personio, softgarden und Join.
Worauf Sie vor einer Buchung achten sollten
Rechnen Sie vor der Entscheidung durch, wie viele Besetzungen im Jahr Sie planen und mit welchem Gehaltsniveau. Bei zehn Stellen zu je 50.000 € summieren sich 14 Prozent auf 70.000 €, bei 18 Prozent auf 90.000 €. Dem stehen Modelle mit festem Budget gegenüber, bei denen die Kosten pro Besetzung von der Trefferquote abhängen.
Fragen Sie nach, was als erfolgreiche Vermittlung zählt und wie lange Sie nach einem Kandidatenvorschlag gebunden sind. Klären Sie außerdem, ob Sie die Kandidaten aus dem Prozess später selbst weiter ansprechen dürfen, denn das entscheidet darüber, ob ein eigener Talentpool entsteht.
Schließlich lohnt der Blick auf die Garantiefrist: Eine Rückerstattung, die nach drei Monaten endet, deckt eine spätere Kündigung nicht ab.
FAQ
Was kostet Workwise?
Bei unbefristeten Stellen 14, 18 oder 22 Prozent des Brutto-Zieljahresgehalts, in der Premium-Stufe zuzüglich 3.000 € Setup; Praktika 500 €, Werkstudierende 800 € (laut Preisseite des Anbieters, Stand Oktober 2026).
Wann zahlt man bei Workwise?
Laut Anbieter erst bei erfolgreicher Vermittlung. Das gilt für die Vermittlungsstufen; bei Premium kommt zusätzlich die Setup-Gebühr hinzu.
Gibt es eine Geld-zurück-Garantie?
Ja, gestaffelt: 100 Prozent im ersten, 66 Prozent im zweiten und 33 Prozent im dritten Monat. In Premium ist sie enthalten, bei Basic und Plus optional gegen 1.000 €.
Ist Workwise ein Bewerbermanagementsystem?
Es enthält Bewerbermanagement und eine Karriereseite, ist im Kern aber ein Recruiting-Dienstleister mit Vermittlungsmodell.
Quellen: OMR Reviews, Workwise; Personalwirtschaft, Finanzierungsrunde; Preisseite von Workwise, Stand Oktober 2026.
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